Nachhaltige Ruheoase aus Nutzhanf – Universität Hohenheim weiht „Raum der Stille“ ein
Die Universität Hohenheim hat im Rahmen des Hanf- und Saflor-Feldtags einen besonderen Rückzugsort eröffnet: den neuen „Raum der Stille“. In enger Kooperation mit Studierenden der Hochschule für Technik Stuttgart (HFT) entstand ein Ort der Erholung – konsequent nachhaltig gebaut mit Wänden aus Nutzhanf.
Ein Raum für Entschleunigung und Vielfalt
Mitten auf dem lebendigen Campus bietet der schlichte, lichtgedämpfte Raum eine spürbare Kontrastzone zum akademischen Alltag. Frei von Technik, mit reduziertem Mobiliar und einem angenehmen Raumklima, lädt er zum Innehalten, Meditieren oder stillen Gebet ein. Organisatorisch ist der Raum dem Büro für Gleichstellung und Diversität zugeordnet und steht ab dem Wintersemester allen Universitätsangehörigen offen.
Als religions- und weltanschauungsneutraler Ort fördert der Raum nicht nur Entspannung, sondern auch Teilhabe und Diversität. Die Universität reagiert damit auf die vielfältigen Bedürfnisse ihrer Studierenden und Beschäftigten – geprägt von kultureller, sozialer und individueller Vielfalt.
Hanfkalk als nachhaltiger Baustoff
Herzstück des Raumes sind seine Wände aus Hanfkalk – ein innovatives Baumaterial aus Hanfschäben, Kalk und Wasser. Vor Ort verarbeitet, bietet es exzellente Eigenschaften: Es ist schadstofffrei, recyclingfähig, schimmelresistent und verbessert durch seine offenporige Struktur die Akustik sowie das Raumklima. Sitzbänke aus Eiche und eine eigens gestaltete Leuchte ergänzen das durchdachte Raumkonzept.
Die bauliche und gestalterische Umsetzung erfolgte im Rahmen eines Praxisprojekts durch Innenarchitektur-Studierende der HFT Stuttgart unter Leitung von Prof. Jens Betha. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim veranschaulicht beispielhaftes Hochschulengagement für Nachhaltigkeit und Wohlbefinden.
Hanf: Renaissance einer Kulturpflanze
Die Wahl des Baumaterials ist kein Zufall: Die Universität Hohenheim forscht seit Jahren intensiv zum Potenzial von Nutzhanf – als Lebensmittel, Faser- und Öllieferant oder Baustoff. Die Landessaatzuchtanstalt spielt dabei eine Schlüsselrolle, indem sie Zuchtprogramme und Anbauwissen vorantreibt. Der Hanf- und Saflor-Feldtag bot passende Einblicke in laufende Forschungsprojekte und setzte mit der Raumeröffnung ein sichtbares Zeichen für gelebte Nachhaltigkeit.
Fazit
Mit dem „Raum der Stille“ verbindet die Universität Hohenheim ökologische Innovation, soziale Verantwortung und studentisches Engagement. Die Initiative zeigt, wie Forschung, Baukultur und Diversitätsförderung Hand in Hand gehen können – und schafft einen neuen Ort der Ruhe auf dem Campus, der sowohl architektonisch als auch symbolisch Maßstäbe setzt.
Fotocredit: Universität Hohenheim/Corinna Schmid

