Herrgottsbscheißerle“ feiern ihren großen Tag – Schwaben ehren die Maultasche
17. April – Rund um Gründonnerstag und ganz besonders am Weltmaultaschentag steht ein kulinarischer Klassiker im Mittelpunkt: die Maultasche – liebevoll auch „Herrgottsbscheißerle“ genannt. Was einst als raffinierter Trick erfunden wurde, um während der Fastenzeit Fleisch zu „verstecken“, ist heute aus der schwäbischen Küche nicht mehr wegzudenken.
Ein kleiner Fun Fact:
Der Legende nach erfanden Mönche des Klosters Maulbronn die gefüllten Teigtaschen, um das Fleischverbot der Fastenzeit zu umgehen. Das Fleisch wurde einfach in Nudelteig eingepackt – nach dem Motto: Was der Herrgott nicht sieht, ist auch nicht gesündigt. So kam die Maultasche zu ihrem spitzbübischen Spitznamen „Herrgottsbscheißerle“.
Die Maultasche heute: Klassiker trifft Kreativität
Ob in der Brühe, gebraten mit Zwiebeln, als Salat oder in einer modernen Bowl – die Maultasche ist ein echter Verwandlungskünstler. Tradition trifft auf Innovation, denn längst hat das deftige Teigwunder den Weg aus Omas Küche in die moderne Gastro-Welt gefunden.
Rund um den Gründonnerstag erfreut sie sich besonderer Beliebtheit – sei es beim gemütlichen Essen daheim, im Gasthaus oder bei einem der vielen Maultaschen-Events im Ländle.
🥟 Rezept-Tipp zum Weltmaultaschentag: Klassische Maultaschen in Brühe
Zutaten für ca. 4 Personen:
Für den Nudelteig:
300 g Mehl
3 Eier
1 Prise Salz
1 EL Öl
Für die Füllung:
200 g Brät (z. B. grobe Leberwurst oder Kalbsbrät)
150 g Hackfleisch (gemischt)
1 altbackenes Brötchen, in Milch eingeweicht
1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
1 Bund Petersilie, gehackt
200 g gekochter Spinat (gut ausgedrückt)
1 Ei
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Außerdem:
1 Liter kräftige Gemüse- oder Fleischbrühe
Etwas Schnittlauch zum Garnieren
Zubereitung:
Teig zubereiten: Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten, abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen.
Füllung mischen: Alle Zutaten gut vermengen, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Teig ausrollen: In dünnen Bahnen ausrollen, jeweils kleine Häufchen der Füllung aufsetzen, mit einem weiteren Streifen Teig bedecken und die Ränder gut andrücken. In Stücke schneiden.
In Brühe garen: Maultaschen in siedender Brühe ca. 10–15 Minuten ziehen lassen – nicht kochen!
Servieren: Mit Brühe und fein geschnittenem Schnittlauch anrichten. Dazu passt ein grüner Salat.
Fazit: Die Maultasche bleibt ein echtes Stück Heimat – herzhaft, vielseitig und zeitlos lecker. Guten Appetit und einen genussvollen Weltmaultaschentag!
Bildnachweis Stuttgart Inside

