17. August 2024 / Inside Kulturblog

Bescheiden, bescheidener, am bescheidensten …

Die neue Bescheidenheit, Luxus, Olympia, FDH, Burnout, Ressourcen, Entspannung, Heiko Volz

Veröffentlicht am 17. August 2024 um 09:23 Uhr

Bescheiden, bescheidener, am bescheidensten …

Schneller - höher - weiter! Olympia macht es vor!

Warum also ein Luxusauto in der 400 qm-Garage, wenn auch 50 davon reinpassen? Warum ein Steak mit Salz und Pfeffer bestreuen, wenn man Goldstaub hat?

Es gibt wohl einen neuen Trend: Die neue Bescheidenheit. Vor Jahren noch unvorstellbar. Scheinbar geht es jetzt auch einfacher mit weniger. Man hört von einer neuen Bescheidenheit. Gemeint ist ein einfacher Lebensstil. Wen wundert es? Bei Entwicklungen gibt es immer Auf und Abs. Manchmal sogar bis ins Extreme. Nach jahrzehntelangem, rücksichtslosem und egoistischem Konsum sucht man jetzt nach Alternativen.

Klar, warum auch nicht? Die Ressourcen werden knapp, die Umwelt wurde geschunden. Auf der Welt herrschen einerseits Hungersnöte und auf der anderen Seite Fettleibigkeit, depressive Arbeitslose und Burnout-geplagte Top-Manager, die nicht mehr wissen wohin mit Ihrem Geld. Das sind schwierige Zeiten. Sowas geht an die Psyche. Man braucht Entspannung, Entschleunigung, um die eigene Seele zu beruhigen. Doch wie sieht das aus? Wie kann man sein Gewissen erleichtern? Weniger Konsum, stressfreiere Jobs, persönliche Ausrichtung auf neue Werte? Den Kuchen neu aufteilen? Weniger für wenige und mehr für mehr? Das hieße für viele einen Schritt nach hinten machen, damit alle Platz am Tisch finden.

Dies muss ja auf keine radikale Weise passieren. Für den Anfang könnte es jeder einzelne mal für sich im Kleinen versuchen. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Und „FDH“, sprich Friss die Hälfte war bisher die beste Diät. Besonders Hungrige könnten es auch zunächst mit Zweidrittel versuchen. Wer weiß, vielleicht würde dies sogar für ein besseres Klima auf der Welt sorgen mit weniger Naturkatastrophen und Kriegen.

Selbstverständlich gibt es immer mehrere neue Trends. Zum Beispiel „Quite Luxury“. Man entfernt „Emily“, die Kühlerfigur vom Rolls-Royce, verkleinert das Logo auf der Louis Vuitton-Handtasche, verkauft ein Dutzend Autos und macht dafür Luxusreisen. Ja, man besitzt weniger und protzt weniger nach außen hin. Weniger offensichtliche Luxusmarken, mehr Understatement. Man lässt es sich aber weiterhin gutgehen, nur anders, im Verborgenen. Und diejenigen, denen es dann doch etwas zu verborgen ist, können ja immer noch was in der digitalen Welt posten und seine Follower neidisch machen.

 

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