Viele Kinder fahren unsicher Rad: ADAC Stiftung warnt vor Defiziten im Straßenverkehr
Kurz vor dem neuen Schuljahr schlägt die ADAC Stiftung Alarm: Obwohl fast alle Kinder zwischen vier und zwölf Jahren Fahrrad fahren können, fehlen vielen wichtige Fähigkeiten für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Eltern sollten die Sommerferien deshalb nutzen, um mit ihren Kindern gezielt zu üben.
Eine aktuelle Elternbefragung zeigt: Nur knapp 60 Prozent der sieben- bis neunjährigen Kinder beherrschen grundlegende Techniken wie Schulterblick, Handzeichen und sicheres einhändiges Fahren. Rund vier von zehn Kindern fehlen damit entscheidende Kompetenzen, die beim Abbiegen, Überqueren von Kreuzungen oder im dichten Straßenverkehr unverzichtbar sind. Selbst bei den Zehn- bis Zwölfjährigen hat noch mehr als jedes fünfte Kind Probleme mit diesen Fahrtechniken.
Dabei geht es um weit mehr als das reine Fahrradfahren. Wer sicher unterwegs sein will, muss gleichzeitig das Gleichgewicht halten, den Verkehr beobachten, Regeln beachten und rechtzeitig Handzeichen geben. Nach Ansicht vieler Eltern sollten Kinder diese Fähigkeiten spätestens bis zum Ende der dritten Klasse sicher beherrschen.
Die Verantwortung sehen die meisten Familien bei sich selbst. Mehr als die Hälfte der befragten Eltern hält das eigene Üben für den wichtigsten Baustein der Verkehrserziehung. Gleichzeitig bewerten 83 Prozent die schulische Radfahrausbildung positiv und sehen sie als sinnvolle Ergänzung.
Dass weiterer Trainingsbedarf besteht, zeigen auch die Unfallzahlen. Im vergangenen Jahr kamen deutschlandweit 74 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen ums Leben, 13 davon mit dem Fahrrad. Rund 29.200 Kinder wurden verletzt – statistisch gesehen verunglückte damit etwa alle 18 Minuten ein Kind im Straßenverkehr. Besonders häufig passieren Unfälle morgens zwischen 7 und 8 Uhr auf dem Weg zur Schule.
Die ADAC Stiftung empfiehlt deshalb, die verbleibenden Ferientage für gemeinsame Übungsfahrten zu nutzen. Auf ruhigen Straßen oder Verkehrsübungsplätzen können Kinder wichtige Fahrtechniken festigen und mit mehr Sicherheit in das neue Schuljahr starten.
Text: M.C. Alten-Siegl /ADAC
Fotocredits: ADAC Presse

