Mit Rücksicht auf die Natur den Sommer genießen
Fans von Würstchen, Grillkäse und Stockbrot zieht es raus in die Natur:
In der warmen Jahreszeit sind auch die öffentlichen Grillplätze in Stuttgart vielbesuchte Treffpunkte.
Wenn ein paar Spielregeln beachtet werden, verträgt der Wald das gut.
Was schmeckt besser als ein Picknick am selbst entfachten Feuer, das Rad an die nächste Buche gelehnt, während nebenan die Kinder in der Natur toben?
Es ist Sommerzeit, Grillsaison, und allerlei Gespießtes wird über der Glut gebraten, dass es nur so raucht.
Wer keinen Garten oder einfach Lust auf einen Ausflug ins Grüne hat, der kann eine der zahlreichen öffentlichen Grillstellen ansteuern, die es im Stadtgebiet gibt – die meisten davon sind idyllisch in den rund 5000 Hektar Wald gelegen, die die Stadt umgeben.
„Die Natur verträgt das Grillen an sich recht gut, wenn die Menschen sich an die Spielregeln halten“, sagt Claudia Kenntner, die Leiterin der Dienststelle Stadtwald und Untere Forstbehörde. „Die Grillplätze sind in der Regel nicht in hochsensiblen Gebieten, nicht mitten im Biotop oder Naturschutzgebiet angesiedelt.“ Nächtliche Partys halten Tiere vom Schlaf ab Doch mit den Spielregeln sei das so eine Sache, sagt Kenntner.
Während der Sommermonate muss jede einzelne Grillstelle zwei Mal in der Woche gereinigt, also vor allem von Plastikmüll befreit werden. Denn wo Menschen zusammen feiern, fällt Abfall an, und der bleibt dann oft liegen.
Das ist zum einen ein ästhetisches Problem, zum anderen schadet Müll aber auch der Natur, wenn Tiere Plastikfetzen weiter in den Wald hineintragen.
Zum respektvollen Umgang mit dem Wald gehört auch, nachts keine Partys zu feiern, wenn der Wald und die Lebewesen in ihm zur Ruhe kommen. Lichtquellen halten beispielsweise Vögel vom Schlaf ab. Und Wild, das in der Dämmerung auf Nahrungssuche geht, zieht sich bei Betrieb in seine Dickungen zurück.
Außerdem ist das Grillen nur an den dafür vorgesehenen Stellen erlaubt. Rund um diese liegt Schotter, sodass sich nichts entzündet.
Damit an den gemauerten Grills ordentlich eingeheizt werden kann, bringen Ausflügler am besten eigenes trockenes Holz oder Grillkohle mit. Einweggrills, die oft einfach liegen bleiben und weiterglimmen können, sind nicht erlaubt. Wiederverwendbare Grillschalen statt Alu
Und was können Freizeitsuchende nun tun, um das Stück Natur ebenso idyllisch zu verlassen wie sie es vorgefunden haben? Am besten erstmal möglichst wenig Verpackung mitbringen, die später entsorgt werden muss. Aluminium ist schon umweltschädlich in der Herstellung, stattdessen können wiederverwendbare Grillschalen aus Edelstahl benutzt werden. Und schließlich zitiert Claudia Kenntner vom Garten‐, Friedhofs‐ und Forstamt die Weisheit: „An der Grillstelle, lieber Wanderer, nimm die Erinnerung mit – und Deinen Müll auch.“


