Der Ausbau der Ganztagsschulen in Baden-Württemberg geht weiter: Zum Schuljahr 2026/27 starten landesweit 102 weitere Schulen im Ganztagsbetrieb. Darunter sind 81 Grundschulen, 16 Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ), eine Realschule sowie vier Gymnasien. Das gab Kultusministerin Theresa Schopper am 12. März bekannt.
„Ganztagsschule steht für individuelle Förderung, zusätzliche Lernzeiten und ein vielfältiges pädagogisches Angebot“, betonte Schopper. Unterricht, Übungs- und Ruhephasen sowie Angebote aus Sport, Musik oder Kreativität würden dabei sinnvoll miteinander verbunden. Gleichzeitig erleichtere das Modell vielen Familien die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Von 97 Grundschulen und SBBZ haben sich 76 für die sogenannte Wahlform entschieden. Dabei entscheiden die Eltern, ob ihr Kind am Ganztagsbetrieb teilnimmt. An 21 Schulen wird dagegen die verbindliche Form umgesetzt, bei der alle Kinder ganztägig betreut werden. Neu ist außerdem die Möglichkeit, Ganztagsschulen an fünf Tagen pro Woche einzurichten – eine Grundschule im Main-Tauber-Kreis nutzt dieses Modell erstmals im Land.
Mit dem kommenden Schuljahr tritt zudem schrittweise der bundesweite Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder im Grundschulalter in Kraft. Zunächst gilt er ab 2026/27 für Erstklässlerinnen und Erstklässler und wird in den folgenden Jahren bis zur vierten Klasse ausgeweitet.
Für den Ganztagsbetrieb erhalten die Schulen zusätzliche Lehrerwochenstunden. Ein Teil dieser Ressourcen kann auch in finanzielle Mittel umgewandelt werden. 52 Schulen wollen diese Möglichkeit nutzen, um externe Partner wie Musikschulen, Sportvereine oder andere Bildungsanbieter in ihre Konzepte einzubinden.
Rund 8.000 neue Ganztagsplätze entstehen durch die aktuellen Neueinrichtungen. Insgesamt gibt es damit ab dem kommenden Schuljahr 1.078 Ganztagsschulen im Primarbereich in Baden-Württemberg. Ergänzt wird das Angebot durch Horte sowie flexible Betreuungsangebote von Kommunen und freien Trägern.
Fotocredits: Symbolbild Land BW

