10. April 2026 / Familie & Freizeit

Gefährliche Kindersitze im Umlauf: ADAC schlägt Alarm bei Online-Produkten

Mehrere Kindersitze fallen im Crash-Test durch – Lebensgefahr für Kinder. Besonders betroffen: günstige Online-Modelle.

Veröffentlicht am 10. April 2026 um 09:30 Uhr

Der ADAC warnt aktuell eindringlich vor einer Reihe unsicherer Kindersitze, die vor allem über Online-Plattformen vertrieben werden. Im Fokus stehen sogenannte „White-Label“-Produkte – also baugleiche Modelle, die unter unterschiedlichen Markennamen verkauft werden.

Bereits im Kindersitztest 2025 war der Sitz „Reecle 360“ negativ aufgefallen: Bei einem Crashversuch löste sich die Sitzschale aus der Verankerung und wurde unkontrolliert durch den Fahrgastraum geschleudert. Neue Untersuchungen zeigen nun, dass dieses Modell Teil einer ganzen Produktgruppe ist, die technisch nahezu identisch ist – trotz unterschiedlicher Namen und Designs.

Vertrieben werden diese Sitze unter Bezeichnungen wie „Ding Aiden 360“, „Kidiz 360“, „Kids Zone i-Size 360“, „Buf Boof Tweety Plus“, „Miophy i-Size 360“, „Xomax 946i“ oder „Lettas i-Size 360“. Bestellt werden können sie unter anderem über Plattformen wie Alibaba, wo Händler die Sitze individuell labeln lassen.

Im aktuellen Test des ADAC versagten diese Modelle erneut: Bei Frontalcrashs brach die Unterkonstruktion, die Sitze wurden durch das Fahrzeug geschleudert – mit potenziell schweren Verletzungsfolgen für Kinder. Für Verbraucher ist dabei kaum erkennbar, dass es sich um baugleiche und unsichere Produkte handelt.

Grundsätzlich sind White-Label-Produkte im Handel nichts Ungewöhnliches. Doch gerade bei sicherheitsrelevanten Produkten wie Kindersitzen kann dies zum Risiko werden. Der ADAC empfiehlt daher, sich vor dem Kauf unbedingt über unabhängige Testergebnisse zu informieren oder auf den Fachhandel zurückzugreifen, um Passform und Einbau im eigenen Fahrzeug zu prüfen.

Neben dieser Produktgruppe fiel auch der Sitz „Kinderkraft Mink Pro 2“ negativ auf. In Kombination mit der Isofix-Station „Base Mink FX2“ löste sich die Babyschale im Crashversuch ebenfalls und wurde durch den Innenraum geschleudert. Ohne Basisstation zeigte der Sitz hingegen eine deutlich bessere Schutzwirkung – vorausgesetzt, der Einbau mit Fahrzeuggurt erfolgt korrekt.

Die betroffenen Hersteller wurden vorab informiert. Während der Produzent Lettas Verbesserungen angekündigt hat, bietet der Hersteller Kinderkraft einen kostenlosen Umtausch für das Modell „Mink Pro 2 + Base Mink FX2“ an. Betroffene Kunden können sich direkt an den Hersteller wenden.

Fazit: Beim Kauf von Kindersitzen gilt mehr denn je: Sicherheit geht vor Schnäppchen. Besonders bei Online-Angeboten sollten Eltern genau hinschauen.
 
Fotocredits:©ADAC/Test und Technik

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