30. Januar 2025 / Familie & Freizeit

Familienkinderkrankenschwestern – Ein Sprachrohr für Kinder

Die Familienkinderkrankenschwestern Sabine Lutz und Natalie Schaffer sind für Familien mit Unterstützungsbedarf da.

Veröffentlicht am 30. Januar 2025 um 14:20 Uhr

Familienkinderkrankenschwestern: Hilfe und Unterstützung für Eltern und Kinder

Wenn Eltern mit der Versorgung ihrer Kinder überfordert sind oder Kinderärzte auf komplexe Kinderschutzfälle stoßen, kommen die Familienkinderkrankenschwestern ins Spiel. Sie besuchen betroffene Familien zu Hause, beraten sie und bieten praktische Hilfe zur Selbsthilfe.

Unterstützung für Familien in schwierigen Situationen Natalie Schaffer, Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, ist Teil eines neunköpfigen Teams, das vom Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart finanziert wird. In ihrem Rucksack hat sie stets wichtige Hilfsmittel wie eine Säuglingswaage, Desinfektionsmittel und Utensilien zur Nabelpflege dabei.

Ein Beispiel aus ihrer Arbeit: Eine Mutter von zwei Kindern gerät nach der Geburt ihres zweiten Kindes in eine schwierige Lage. Der Vater leidet unter einer schweren Depression und muss stationär behandelt werden. Das ältere Kind hat eine Autismusdiagnose, und die Mutter fühlt sich mit der Versorgung der Kinder überfordert. In dieser Situation wird Natalie Schaffer hinzugezogen. Sie gibt wertvolle Tipps zur Früherkennung von Gesundheitsrisiken, unterstützt beim Schlafrhythmus des Babys und hilft der Mutter, alternative Betätigungen für das ältere Kind zu finden, um den Medienkonsum zu reduzieren.

Ein starkes Netz der frühen Hilfen Viele Familien, die von den Fachkräften betreut werden, haben kein soziales Netzwerk oder stehen als Alleinerziehende vor großen Herausforderungen. Die Familienkinderkrankenschwestern helfen, Kontakte zu Krabbelgruppen, Elterntreffs oder Familienzentren herzustellen.

Auch Familien mit Gewalterfahrung oder Suchtproblematiken erhalten Unterstützung. Natalie Schaffer und ihre Kollegin Sabine Lutz betreuen zudem Eltern mit sozialmedizinischen Herausforderungen, etwa wenn ein Elternteil eine geistige Behinderung hat oder das Kind mit einer chronischen Erkrankung geboren wurde.

Prävention und Unfallverhütung im Fokus Ein weiterer wichtiger Bereich der Arbeit ist die Prävention. Sabine Lutz schult Eltern zur Unfallverhütung im Haushalt. "Steckdosensicherungen sind essenziell, ebenso das Entfernen kleiner Gegenstände, die eine Erstickungsgefahr darstellen", erklärt sie. Auch Sturzrisiken, etwa auf Treppen oder Wickeltischen, werden angesprochen.

Zusätzlich unterstützen die Fachkräfte Eltern mit psychischen Erkrankungen wie Borderline-Störungen oder Depressionen. Gerade minderjährige Mütter oder Familien ohne soziales Umfeld profitieren von ihrer Hilfe. "Viele Eltern wollen alles perfekt machen und sind unsicher, ob sich ihr Kind gut entwickelt", sagt Sabine Lutz. Ihr Ziel ist es, den Eltern Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu vermitteln.

Das Sprachrohr der Kinder Natalie Schaffer schätzt an ihrer Arbeit besonders die Vielseitigkeit: "Jeder Tag bringt neue Herausforderungen. In Notfällen müssen wir schnell reagieren. Wir vertreten die Bedürfnisse der Kinder und sind ihr Sprachrohr."

Bildnachweis: Thomas Hörner/Stadt Stuttgart

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