Sicher in den Urlaub: AvD mahnt zu rücksichtsvollem Fahren im Ausland
Für viele Urlauber beginnt die Reise mit dem eigenen Auto. Die Flexibilität und Unabhängigkeit machen den Pkw zum beliebtesten Verkehrsmittel für die Fahrt in die Ferien. Doch wer ins Ausland fährt, sollte die dortigen Verkehrsregeln genau kennen: Bußgelder können deutlich höher ausfallen als in Deutschland und auch nach der Rückkehr noch Folgen haben.
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) empfiehlt deshalb, sich vor Reiseantritt über Tempolimits, Alkoholgrenzen und besondere Vorschriften im jeweiligen Urlaubsland zu informieren.
Andere Länder, andere Tempolimits
Gerade auf Autobahnen unterscheiden sich die Regeln in Europa teilweise deutlich. In den Niederlanden gilt beispielsweise tagsüber auf vielen Autobahnabschnitten Tempo 100, nachts teilweise 130 km/h. In Belgien sind maximal 120 km/h erlaubt, während viele andere europäische Länder ein Tempolimit von 130 km/h vorsehen.
Ausnahmen gibt es ebenfalls: Polen erlaubt für Pkw auf Autobahnen bis zu 140 km/h. In Tschechien wurden auf einzelnen Abschnitten der Autobahn D3 höhere Geschwindigkeiten zugelassen – allerdings nur bei guten Wetterbedingungen.
Hohe Bußgelder bei Verstößen
Wer im Ausland zu schnell unterwegs ist, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Bereits 20 km/h über dem Tempolimit können beispielsweise in den Niederlanden mindestens 215 Euro kosten, in Norwegen sogar ab 610 Euro.
Besonders teuer wird es bei erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen. Wer mehr als 50 km/h zu schnell fährt, riskiert in einigen Ländern Bußgelder von mehreren tausend Euro. Zusätzlich können Fahrverbote, Strafverfahren oder sogar die Beschlagnahmung des Fahrzeugs drohen.
Alkohol und Handy am Steuer bleiben tabu
Der AvD erinnert daran: Wer fährt, trinkt nicht. Auch im Urlaub sollte nur nüchtern ans Steuer gegangen werden. In vielen Ländern gilt eine Promillegrenze von 0,5, für Fahranfänger häufig sogar eine Null-Promille-Regel.
Auch die Nutzung von Smartphones während der Fahrt ist europaweit streng geregelt. Besonders konsequent geht beispielsweise Italien gegen Handyverstöße am Steuer vor. Ablenkung durch elektronische Geräte gefährdet nicht nur den Fahrer selbst, sondern alle Verkehrsteilnehmer.
In einigen Ländern gelten zudem Rauchverbote im Auto – insbesondere wenn Kinder oder Schwangere mitfahren.
Ausländische Bußgelder können in Deutschland vollstreckt werden
Wer im Urlaub ein Bußgeld erhält, sollte die Forderung nicht ignorieren. Geldbußen ab 70 Euro können innerhalb der EU auch in Deutschland durch das Bundesamt für Justiz vollstreckt werden. Auch bei späteren Reisen ins Ausland können offene Forderungen zu Problemen führen.
Der AvD empfiehlt, Zahlungsaufforderungen sorgfältig zu prüfen und darauf zu achten, dass diese tatsächlich von einer zuständigen Behörde stammen. In manchen Ländern kann eine schnelle Zahlung vor Ort zu einer Reduzierung der Strafe führen.
Text Ralf Alten /AvD
Fotocredits: AvD

