Wasenpirsch 2026 – Wo Stuttgart feiert und Gutes tut
Prominente Gesichter, Unternehmer, Politiker, Sportler und jede Menge Wasenstimmung: Bei der 14. Wasenpirsch wurde in Wilhelmers SchwabenWelt wieder deutlich, dass das Cannstatter Volksfest längst nicht nur ein Ort zum Feiern ist. Hier werden Kontakte gepflegt, neue geknüpft – und ganz nebenbei für einen guten Zweck gesammelt.
Ein Abend zwischen Festzelt und Gesellschaft
Der Cannstatter Wasen kann vieles: ausgelassene Volksfestparty, Familientreff, Adrenalin-Spielplatz und kulinarische Großveranstaltung. Einmal im Jahr zeigt er sich allerdings auch von einer etwas anderen Seite. Dann wird aus dem Festzelt eine gesellschaftliche Bühne.
Am Sonntagabend, 27. September, war es wieder so weit. Zur 14. Wasenpirsch trafen sich rund 600 geladene Gäste in Wilhelmers SchwabenWelt. Eingeladen hatten Frederic C. Reinicke, Andreas Stütz und Festwirt Michael Wilhelmer. Seit 2011 gehört die Veranstaltung zum gesellschaftlichen Programm rund um das Volksfest.
Dabei geht es längst nicht ausschließlich darum, gesehen zu werden. Die Wasenpirsch ist auch ein Treffpunkt für Menschen, die beruflich oder gesellschaftlich etwas miteinander zu tun haben – oder künftig haben könnten. Der zwanglose Rahmen macht Gespräche möglich, für die im normalen Büroalltag oft wenig Platz bleibt. Man könnte sagen: Hier wird nicht nur mit dem Maßkrug angestoßen, sondern auch mit Visitenkarten.
Politik trifft Sport trifft Show
Entsprechend vielfältig war das Publikum. Unter den Gästen waren unter anderem Olympiasiegerin Darja Varfolomeev, der frühere Fecht-Olympiasieger Alexander Pusch, Kabarettist Christoph Sonntag, und Mallorca-Sänger Almklausi: „Für mich ist die Wasenpirsch jedes Jahr Pflicht“, verriet er. „Nirgends kann man so toll feiern und gleichzeitig etwas gutes tun!“ Ebenfalls gesehen wurde Moderatorin, DJane und Model Giulia Siegel, die von vielen Gästen der Wasenpirsch als sehr volksnah beschrieben wurde. Dazu kamen zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Gastronomie und Medien.
Auch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger schaute vorbei. Und der Minister lieferte gleich eine kleine modische Randnotiz des Abends: Während die Lederhose bei vielen Gästen praktisch zur Abendgarderobe gehörte, erschien Bilger in einer Stoffhose. Begleitet wurde er von drei Personenschützern.
Giulia Siegel und ihr Blick auf den Wasen
Eine regelmäßige Besucherin der Wasenpirsch ist Giulia Siegel. Obwohl sie in München lebt, kommt sie immer wieder gerne nach Stuttgart. Den Cannstatter Wasen beschreibt sie als familiärer, weniger touristisch und entspannter als das Münchner Oktoberfest. Ihre Verbundenheit mit der Veranstaltung blieb auch in diesem Jahr nicht nur bei Worten. Sie beteiligte sich mit 200 Euro an der Tombola.
Damit war sie Teil eines Programmpunkts, der der Wasenpirsch seit ihren Anfängen einen zusätzlichen Zweck gibt: Die Veranstaltung soll nicht nur Menschen zusammenbringen, sondern gleichzeitig etwas für andere bewegen.
100.000 Euro für das Kinderhospiz
Der Erlös der Tombola geht vollständig an das Kinderhospiz Stuttgart. Und 2026 gab es dabei einen besonderen Grund zum Feiern: Über die Jahre sind durch die Wasenpirsch inzwischen mehr als 100.000 Euro für das Kinderhospiz zusammengekommen. Das ist eine beachtliche Summe – doch der Wert des Abends lässt sich nicht allein in Euro messen.
Für das Kinderhospiz bietet die Veranstaltung auch eine Möglichkeit, Menschen zu erreichen, die sonst vielleicht kaum mit seiner Arbeit in Berührung kommen würden. Unternehmer, Entscheidungsträger, Vertreter aus Politik und Gesellschaft sitzen an diesem Abend nicht irgendwo weit entfernt voneinander, sondern mitten in derselben Runde. Gespräche können Aufmerksamkeit schaffen, Kontakte vertiefen und im besten Fall neue Unterstützer gewinnen.

Der gute Zweck ist damit nicht bloß ein Zusatzprogramm zur Feier. Er bekommt durch das gesellschaftliche Umfeld der Wasenpirsch eine eigene Reichweite. „Wir freuen uns sehr, dass die Wasenpirsch jedes Jahr so gut bei unseren Gästen ankommt und dass wir durch den Erlös unserer Tombola die Möglichkeit haben, das Kinderhospitz Stuttgartt zu unterstützen“, erklärte Veranstalter Frederic C. Reinicke.
Stuttgart feiert – und vernetzt sich
Vielleicht ist genau das die Besonderheit der Wasenpirsch: Sie versucht gar nicht, aus dem Cannstatter Volksfest einen zweiten Münchner Almauftrieb zu machen. Stattdessen setzt sie auf das, was Stuttgart selbst zu bieten hat.
Rund 600 Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen zusammen. Manche kennen sich seit Jahren, andere begegnen sich an diesem Abend zum ersten Mal. Es wird gegessen, getrunken, gelacht und gefeiert – aber eben auch gesprochen und Kontakte werden gepflegt.
Und natürlich gehört zum Wasen auch ein bisschen Eitelkeit. Wer trägt welches Dirndl? Wer hat die auffälligste Lederhose? Wer sitzt mit wem am Tisch? Wer taucht überraschend auf? Auch diese Fragen gehören zu einem Abend, bei dem das gesellschaftliche Beobachten fast genauso wichtig sein kann wie das Feiern. Am Ende ist die Wasenpirsch deshalb mehr als eine VIP-Veranstaltung. Sie ist ein gesellschaftlicher Treffpunkt mit schwäbischem Hintergrund und einem durchaus ernsthaften Anliegen.

Und während draußen auf dem Wasen weiter die Fahrgeschäfte kreisen, die Musik aus den Zelten dringt und die Besucher ihre eigenen kleinen Geschichten schreiben, hat die 14. Wasenpirsch ihr eigenes Kapitel bereits abgeschlossen.
Mit vielen Gesprächen, neuen Begegnungen, ein paar modischen Lederhosen-Fragen, einer Rosenverkäuferin im Rampenlicht – und inzwischen mehr als 100.000 Euro für das Kinderhospiz. Die Pirsch hat sich also auch 2026 gelohnt. So sah das auch Gastgeber und Festwirt Michael Wilhelmer: „Unsere Gäste lieben die Wasenpirsch“, erklärte er an dem Abend zufrieden. „Für viele ist dieses Event fest mit dem Volksfest verwurzelt!“
Text Boris Mönnich
Fotocredits: Wasenpirsch

