20. Oktober 2024 / Boris Mönnich für Stuttgart

Herbstzeit - Kürbiszeit Teil 2

Jedes Jahr im Herbst wird der Kürbis wieder zum kulinarischen Knaller.

Herbstzeit - Kürbiszeit


Die beliebtesten Kürbissorten

Hokkaido: Diese Kürbissorte wird auch Zwiebelkürbis, Maroni-Kürbis oder Potimarron genannt und ist eine der beliebtesten und schmackhaftesten überhaupt. Die Früchte werden meist mit ein bis zwei Kilogramm Gewicht angeboten, ihre Form erinnert stark an eine Zwiebel. Die Schale ist leuchtend orange und kann mitgegart und -gegessen werden und ist deshalb äußerst unkompliziert vor- und zuzubereiten. Der Hokkaido ist durch sein feines Esskastanien-Aroma ein "Einsteigerkürbis", der überall zu bekommen ist. Er schmeckt als Suppe, Auflauf oder Tarte.

Butternuss: International auch Butternut genannt, ist dieser Kürbis birnenförmig und wird ebenfalls etwa ein bis zwei Kilogramm schwer. Die Butternuss hat nur wenig Kerne und liefert daher sehr viel Fruchtfleisch. Ihren Namen verdankt sie ihrem feinen Butteraroma, schmeckt roh oder gegart und gehört zu den sogenannten Moschuskürbissen. Diese riechen angeschnitten leicht nach Moschus und wachsen nur im warmen Klima. Am besten schmeckt die Butternuss, wenn sie noch grün, also leicht unreif, ist. Reife Früchte haben dagegen eine cremefarbene bis braune Schale.

Jack be Little: Diese Kürbisart ist sehr dekorativ, die Früchte wiegen 150 bis 300 Gramm und haben ein festes, orangefarbenes Fruchtfleisch, welches sehr schmackhaft ist. Gegart hat der „Kleine Jack“ das Aroma von Esskastanien. Ebenso wie der Sweet Dumpling gehört auch Jack be Little zu den Mini-Gartenkürbissen und wird oft auch als essbarer Zierkürbis angeboten.

Muskatkürbis: Der Muskatkürbis wird auch Muscade de Provence genannt. Seine Form ist stark gerippt und er kann bis zu 20 Kilogramm schwer werden. Er schmeckt sehr saftig und aromatisch. Das Fruchtfleisch kann auch roh gegessen werden, gegart verwendet man ihn als Gemüse oder in Füllungen.

Patisson: Die Schale der jungen Früchte des Patissons, der auch Ufo, Courgette oder Squash genannt wird, ist weich und dünn, bei älteren Früchten wird sie hart. Diese Sorte wird mit einem Durchmesser von zehn bis 20 Zentimetern und einem Gewicht von 500 bis 1000 Gramm geerntet, man kann sie sogar mit Schale und Kernen essen, zum Beispiel sauer eingelegt.

Spaghettikürbis: Diesen Kürbis erkennt man an seiner oval-runden, länglichen Form und an der  Farbe, die zwischen cremegelb und sattem Sonnengelb variieren kann. Er kann bis zu zwei Kilogramm schwer werden und hat eine Besonderheit: Sein Fruchtfleisch zerfasert nach dem Backen in der Form von Spaghetti, denen er seinen Namen verdankt.


Das Fest der Kürbisse

Im Sommer wachsen Kürbisse häufig unbemerkt im Verborgenen unter den schützenden Blättern heran und werden nach der Ernte vielerorts zur großen herbstlichen Attraktion. In ihrer bunten Farben- und Formenpracht schmücken sie dann Hauseingänge, Flure oder werden zur Schau gestellt. Die Früchte gelten von je her als Sinnbild für die Fruchtbarkeit. Und wer heutzutage das Wort „Halloween“ hört, denkt dabei unmittelbar an Kürbisse. Dabei hat dieser ursprüngliche religiöse Brauch mit dem Fruchtgemüse überhaupt nichts zu tun, denn der Ursprung dieses Festes ist eine uralte Tradition der Kelten: Mit dem Samhain-Fest wurde das Ende des Sommers und der Beginn des neuen Kalenderjahres am 1. November gefeiert. Große Feuer wurden auf Bergen entfacht, um den Gott der Sonne zu ehren und um böse Geister abzuschrecken. Für die Kelten war es ein magischer Tag und der Glaube, dass die Seelen der Toten ihre Häuser in dieser Nacht besuchten, beherrschte die Menschen. Aus Furcht vor den unheimlichen Geistern stellte man Kerzen und aus weißen Rüben geschnitzte Laternen vor das Haus, um sie abzuschrecken. Mit den neuen Siedlern gelangte dann das keltische Fest nach Amerika. Dort verwendete man statt der weißen Rüben die beheimateten Kürbisse zum Schnitzen für die Laternen. Die Grimassen, die man in die Früchte schnitzte, verschwanden mit der Zeit, da man nicht mehr an die Bedrohung durch die Geister glaubte. Aber die ausgehöhlten Leuchten aus Kürbis-Panzer gibt es bis heute.

Kürbisse als Kunstobjekt

Doch nicht nur zur Halloween werden Kürbisse verziert und ausgestellt. Jedes Jahr im Herbst zwischen September und November verwandelt sich die Parklandschaft des Blühenden Barocks in Ludwigsburg in ein buntes Meer aus farbenprächtigen Kürbissen. Bereits im Jahr 2000 wurde die mittlerweile größte Kürbisausstellung der Welt zum ersten Mal präsentiert und lockt seit dem zahlreiche Besucher aus allen Ländern in die Barockstadt. Aus rund 600 Sorten mit insgesamt 450.000 Kürbissen entstehen jährlich neue Skulpturen, Gebäude, Tiere und verschiedene Szenarien. Tradition hat mittlerweile auch das Kürbiswiegen und die große Auswahl an verschiedenen Kürbisgerichten.                                                                                                                                 Boris Mönnich

Bildnachweis Alten

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