Neue Studienrichtung an der Uni Hohenheim: Zukunft für Obst, Gemüse & Co.
Die Landwirtschaft steht unter Druck: Klimawandel, knappe Ressourcen und steigende Anforderungen an Qualität und Nachhaltigkeit verändern die gesamte Branche. Genau hier setzt die neue Studienrichtung „Gartenbauwissenschaften“ an der Universität Hohenheim in Stuttgart an.
Seit dem Sommersemester 2026 erweitert sie den Bachelorstudiengang Agrarwissenschaften und richtet sich an alle, die sich für die Zukunft des Pflanzenbaus interessieren – von Gemüse und Obst über Wein und Hopfen bis hin zu Arznei- und Gewürzpflanzen.
Bewerbungen für das Wintersemester sind noch bis 30. September 2026 möglich.
Kernfrage: Wie sieht der Gartenbau der Zukunft aus?
Im Mittelpunkt der neuen Studienrichtung stehen zentrale Zukunftsfragen:
Wie lassen sich Kulturen nachhaltiger anbauen?
Wie können Wasser und Nährstoffe effizienter genutzt werden?
Und welche Rolle spielen Digitalisierung, Automatisierung und Vertical Farming?
Die Antwort darauf liefert ein interdisziplinäres Studienkonzept, das naturwissenschaftliche, technische, wirtschaftliche und soziale Aspekte miteinander verbindet.
Arbeitsmarkt sucht dringend Nachwuchs
„Der Bedarf ist deutlich: Wir müssen mehr qualifizierte Fachkräfte ausbilden“, betont der Dekan der Fakultät Agrarwissenschaften, Prof. Dr. Ralf Vögele.
Mit der neuen Studienrichtung entsteht ein klar spezialisiertes Angebot im Bereich Gartenbau, das gezielt auf einen Arbeitsmarkt reagiert, der bereits heute händeringend Nachwuchs sucht – sowohl in der Produktion als auch im Management, in Forschungseinrichtungen oder der Verwaltung.
Zwei neue Professuren als wissenschaftliches Rückgrat
Die Studienrichtung wird von zwei neu eingerichteten Professuren getragen:
Gartenbauwissenschaften
Im Fokus stehen Obst- und Gemüsebau sowie nachhaltige Anbausysteme. Die Forschung von Prof. Dr. Margita Hefner beschäftigt sich unter anderem mit Nährstoffkreisläufen, Biodiversität und Umweltwirkungen im Pflanzenbau.
Gartenbausystemtechnik
Hier geht es um die Zukunft der Produktion: Automatisierung, Digitalisierung und ressourceneffiziente Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Vertical Farming und Indoor-Anbausystemen.
Forschung auf höchstem Niveau: Hohenheim als Innovationsstandort
Die Universität Hohenheim setzt dabei auf eine in Deutschland außergewöhnlich starke Forschungsinfrastruktur:
Versuchsstationen in ganz Baden-Württemberg (rund 800 Hektar Anbaufläche)
Hochmodernes Phytotechnikum als Forschungsgewächshaus der Zukunft
Lehr- und Versuchsgärten für praxisnahe Ausbildung
Hohenheimer Gärten mit Heilpflanzen- und Sammlungsbeständen
Eigener Weinberg für Forschung und Lehre
Hinzu kommen spezialisierte Zentren wie das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau sowie das Zentrum für Ökologischen Landbau, die Forschung und Praxis eng verzahnen.
Praxisnahes Studium mit internationalem Blick
Neben regionalen Fragestellungen nimmt auch die internationale Dimension eine wichtige Rolle ein. Projekte reichen von nachhaltigen Anbausystemen in Europa bis hin zu Entwicklungsprojekten in Afrika, bei denen gartenbauliche Methoden auch soziale Wirkung entfalten – etwa durch wirtschaftliche Teilhabe in ländlichen Regionen.
Tag der offenen Tür im Juli 2026
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann am 4. Juli 2026 von 12 bis 17 Uhr den Campus besuchen und sich über die neuen Studienmöglichkeiten informieren.
Fazit: Studiengang mit Zukunft
Mit der neuen Studienrichtung „Gartenbauwissenschaften“ positioniert sich die Universität Hohenheim klar als Innovationsstandort für nachhaltige Landwirtschaft. Die Verbindung aus Forschung, Praxis und Hightech macht das Angebot besonders attraktiv für alle, die die Zukunft des Pflanzenbaus aktiv mitgestalten wollen.
Fotocredits: Universität Hohenheim Luca Mann

