26. August 2025 / Aus aller Welt

Zum Verwechseln ähnlich: Seepferdchen zwischen Weichkorallen

Zwerg-Seepferdchen zählen zu den Lieblingsmotiven von Meeresfotografen. In ihrer Korallenumgebung sind sie kaum zu erkennen. Doch gerade diese perfekte Tarnung könnte nun zur Bedrohung werden.

Zwerg-Seepferdchen sind zwischen Gorgonien-Korallen perfekt getarnt.
Veröffentlicht am 26. August 2025 um 11:18 Uhr

Mit einer Größe von etwa zwei Zentimetern zählen Zwerg-Seepferdchen - auch Pygmäenseepferdchen genannt - zu den kleinsten Wirbeltieren weltweit. Und man muss schon sehr genau hinblicken, um die winzigen Tierchen in ihrem natürlichen Lebensraum auszumachen: Denn diese Seepferdchen leben im Verbund mit Gorgonien-Weichkorallen der Gattung Muricella, an denen sie sich mit dem Schwanz festhalten - und denen sie zum Verwechseln ähnlich sehen.

Wie Zwerg-Seepferdchen (Hippocampus bargibanti) diese fast perfekte Tarnung an ihre Gastgeber bewerkstelligen, hat nun ein internationales Forschungsteam um Qiang Lin vom South China Sea Institute of Oceanology und Axel Meyer von der Universität Konstanz ergründet. Nach Erbgutanalysen schreibt die Gruppe im Fachjournal «PNAS», dass etwa die sehr verkürzten Schnauzen dieser Seepferdchen, die sich kaum von den Polypen der Korallen unterscheiden, auf bestimmten genetischen Veränderungen basieren - unter anderem auf einem Funktionsverlust des Gens hoxa2b.

Ein Liebling von Unterwasserfotografen 

Gleichzeitig machen genetische Anpassungen die Seepferdchen widerstandsfähig gegen Gifte der Koralle. Zudem ermöglichten es antimikrobielle Stoffwechselprodukte der Korallen, dass die Seepferdchen eine ganze Reihe von Genen für das Immunsystem nicht mehr bräuchten. Mit dieser sehr engen Form der Symbiose seien die Seepferdchen fest an ihre Gastgeber gebunden, notiert die Gruppe.

Lebensraum der Tiere sind Pazifik-Areale in Südostasien und Ozeanien. «Wegen seiner bemerkenswerten Verkleinerung und Tarnung ist das charismatische Zwerg-Seepferdchen ein Liebling von Unterwasserfotografen geworden», schreibt die Gruppe. Allerdings sei das Idyll bedroht: Denn Korallenbleichen und die Versauerung der Ozeane bedrohen die Korallen und damit auch ihre winzigen Gäste. Erst kürzlich berichteten Behörden von Rekord-Korallenbleichen um Australien.


Bildnachweis: © .. Sea Institute of Oceanology/Chinese Academy of Sciences/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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