28. Dezember 2025 / Aus aller Welt

WWF: Gewinner und Verlierer im Tierreich 2025

Zerstörte Lebensräume, Klimakrise, Umweltverschmutzung und andere Ursachen bedrohen laut WWF viele Tierarten. Doch neben Verlierern gibt es laut der Umweltorganisation Gewinner - auch in Deutschland.

Auch die Grünen Meeresschildkröten gehören WWF zufolge zu den Gewinnern des Jahres.
Veröffentlicht am 28. Dezember 2025 um 09:39 Uhr

Manchen Tieren ging es im Jahr 2025 besser, anderen schlechter: Die Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) zieht für das endende Jahr hinsichtlich des weltweiten Artenschutzes eine gemischte Bilanz. Breitmaulnashörner, arktische Robben und Korallen gehören WWF zufolge zu den Verlierern. Auch vielen Vögel ging es weltweit schlechter, in Deutschland setzte vor allem die Vogelgrippe den Kranichen zu. Mit dem Rückgang des Phytoplanktons sei außerdem das «grüne Herz der Meere» bedroht, heißt es in dem WWF-Bericht. Gute Entwicklungen gab es dagegen bei Antilopen, Luchsen, Koalas und Schildkröten.

Die Hauptursachen für Artensterben seien zerstörte Lebensräume, Wilderei, Übernutzung, invasive Arten, Umweltverschmutzung sowie die Klimakrise, sagte Kathrin Samson, Vorständin Naturschutz beim WWF Deutschland. «Das bedeutet aber auch, dass der Mensch den Schlüssel zur Lösung dieser Krise in den Händen hält.» 

Rückschritte bei Robben, Vögeln und Breitmaulnashörnern

Die Aktualisierung der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) in diesem Jahr zeige gerade bei Vögeln eine «besorgniserregende Entwicklung»: 61 Prozent aller Vogelarten nehmen demnach in ihrem Bestand ab. Die negative Entwicklung für die gesamte Klasse der Vögel sei «erschreckend». Zudem wurde für Tausende Kraniche der Zug gen Süden über Deutschland wegen der Vogelgrippe zu ihrer letzten Reise. 

Im Oktober wurden zudem drei arktische Robbenarten auf der Roten Liste hochgestuft. Besonders kritisch sei die Lage der Klappmütze, die Robbenart gilt nun als «stark gefährdet». Auch für Breitmaulnashörner sei es kein gutes Jahr gewesen. Laut einer Erhebung sank ihr Bestand 2025 um elf Prozent.

Bereits vergangenes Jahr gehörten tropische Korallenriffe zu den WWF-Verlierern. «Der Flächenbrand unter dem Meeresspiegel setzte sich fort», heißt es nun von der Umweltorganisation. Viele solche Riffe seien womöglich dauerhaft verloren, wenn die Weltgemeinschaft nicht schnell etwas gegen die steigenden Temperaturen tue.

Auch die globale Menge von Phytoplankton - winzige grünen Algen - in den Ozeanen gehe in großem Ausmaß zurück, heißt es. Phytoplankton produziert laut WWF etwa die Hälfte des globalen Sauerstoffs und bindet große Mengen Kohlendioxid. Zudem sei es die Grundlage des Nahrungsnetzes in den Meeren.

Lichtblicke unter anderem bei Luchsen und Koalas

Allerdings nennt der Bericht auch positive Entwicklungen. «Erfolgreiche Projekte, wie die Rückkehr des Luchses oder der Maral-Hirsche, sind Leuchttürme im Kampf gegen das Artensterben, an denen wir uns orientieren müssen», sagte Samson. «Diese Beispiele zeigen: Veränderung ist möglich.» Im Thüringer Wald sowie im Schwarzwald wurden in diesem Jahr Luchse ausgewildert. Doch nicht nur durch gezielte Auswilderungen wachse die Population. Laut WWF nahm im Süden Thüringens eine Wildtierkamera eine Luchsin mit zwei Jungtieren auf.

Auch mit der Einrichtung eines neuen Schutzgebiets für Koalas in Australien sei ein wichtiger Schritt unternommen worden. «Nach Einschätzung des WWF könnte dies den dramatischen Rückgang der Koalapopulation an der Ostküste umkehren», so die Organisation.

Gute Nachrichten gab es auch zu Grünen Meeresschildkröten. Aufgrund jahrzehntelanger Schutzbemühungen sei die Art 2025 in der Roten Liste von «stark gefährdet» auf «nicht gefährdet» herabgestuft worden – eine Verbesserung um drei Kategorien. Der Bestand sei seit den 1970er Jahren um 28 Prozent gestiegen.

Zu den Gewinnern in diesem Jahr zählt der WWF außerdem Schneeleoparden in Nepal, die mongolischen Saiga-Antilopen sowie Haie und Rochen. Für die Knorpelfische sei die Artenschutzkonferenz Cites Anfang Dezember ein Erfolg gewesen. Insgesamt 45 Arten davon werden laut WWF nun besser vor Übernutzung geschützt.


Bildnachweis: © Philipp Kanstinger/WWF /dpa
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