11. Januar 2026 / Aus aller Welt

Wie Lawinen entstehen – und was sie so gefährlich macht

Gleich mehrere tödliche Unglücke gab es am Wochenende wegen Lawinen in den Alpen. Oft genügt eine instabile Schicht, um ganze Hänge zum Abrutschen zu bringen. Wie solche Schwachstellen entstehen.

Selbst vergleichsweise geringe Schneemengen stellen eine Lawinengefahr dar. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 11. Januar 2026 um 22:14 Uhr

Lawinen entstehen, wenn instabile Schneeschichten an steilen Hängen brechen und dann mit hoher Geschwindigkeit talwärts stürzen. Solche Abgänge forderten am Wochenende mehrere Todesopfer in den französischen Alpen. In verschiedenen Orten der Region Savoyen wurden Skifahrer unter Schneedecken verschüttet, wie französische Medien berichteten. Auch in Österreich gab es ein Todesopfer und mehrere Verletzte. Entscheidend ist bei dem Phänomen allerdings nicht die Gesamtmenge an Schnee, sondern dessen Schichtung, wie der Deutsche Alpenverein (DAV) erklärt.

Ein Wintersportler und die gesamte Struktur kommt ins Rutschen

Selbst vergleichsweise geringe Schneemengen stellen eine Gefahr dar, wenn ein festes Schneebrett auf einer schwachen, schlecht verfestigten Schicht liegt. Das kann durch unterschiedliche Schneefälle, Temperaturen oder Wind passieren. Bereits kleine Zusatzbelastungen, etwa durch Wintersportler oder frischen Neuschnee, können dann nach Angaben des DAV die gesamte Struktur ins Rutschen bringen. Diese bis zu mehrere 100 Meter breiten Schneebrettlawinen sind die häufigsten und gefährlichsten.

Auch Temperaturanstiege oder Regen können laut Lawinenwarndienst Bayern Schwachschichten, also mechanisch schwache Schichten, aufweichen und damit die Schneestabilität erheblich verringern.

Enorme Wucht: Wenn Schneebrett- zu Staublawinen werden

Das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung nennt weitere Lawinenarten: Lockerschneelawinen weisen demnach einen punktförmigen Anriss auf. Gleitschneelawinen entstehen spontan auf glattem Untergrund. Nassschneelawinen treten bei durchfeuchtetem Schnee auf. Sehr große Schneebrettlawinen können sich zudem zu Staublawinen entwickeln. Das sind schnelle Schneestaubwolken mit enormer Wucht.


Bildnachweis: © Angelika Warmuth/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Faschingsumzug bringt Ausnahmezustand in Stuttgarts Innenstadt
Veranstaltungen

Umzug, Guggenmusik und Sperrungen: Am Faschingsdienstag wird es bunt – mit großen Verkehrsänderungen in der Innenstadt.

weiterlesen...
Rheinischer Ausnahmezustand im Mash: Stuttgart feiert Kölsche Karnevalsnacht
Veranstaltungen

Die Rheingeschmeckten verwandeln Stuttgart in Köln: volles Haus, Raketenstimmung und jecke Fusion aus Karneval & Fasnet bis zum Morgengrauen.

weiterlesen...
Narrische Koalition zerbricht: Prinzenpaar trennt sich vom Möbelwagen
Veranstaltungen

Karnevalskrise in Stuttgart: Prinzenpaar und Möbelwagen gehen getrennte Wege – und hinterlassen ein Trümmerfeld aus Glitzer und Diplomatie.

weiterlesen...

Neueste Artikel

70 Jahre Fernsehturm und Liederhalle: Sonderausstellung feierlich eröffnet
Kultur

Die Ausstellung „Höhenrausch & Lampenfieber“ beleuchtet die Geschichte von SWR Fernsehturm Stuttgart und Liederhalle Stuttgart.

weiterlesen...
„Labor für die Zukunft“: Siegerkonzepte für A3 am Hauptbahnhof ausgezeichnet
Veranstaltungen

Zwei Entwürfe prägen künftig das A3-Areal in Stuttgart Rosenstein – mit viel Grün, Zukunftslabor und neuer Aufenthaltsqualität.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Lufthansa spürt hohe Nachfrage bei Direktflügen
Aus aller Welt

Der Nahost-Konflikt behindert den internationalen Luftverkehr massiv. Weil wichtige Drehkreuze in der Golfregion ausfallen, steigt an anderen Stellen die Nachfrage.

weiterlesen...
Was ist digitale Gewalt und was kann man dagegen tun?
Aus aller Welt

Nacktbilder im Netz, heimliche Standortüberwachung: Digitale Gewalt trifft vor allem Frauen und bleibt für Täter oft folgenlos. Wie Betroffene sich schützen können – und was sich ändern soll.

weiterlesen...