25. Februar 2025 / Aus aller Welt

Weltbank für Samen: Spektakulärer Saatgut-Tresor füllt sich

Das Samendepot auf der Inselgruppe Spitzbergen ist eine Art arktischer Arche Noah für die Pflanzenvielfalt. Jetzt lagern krisengeschüttelte Länder wie der Sudan und die Philippinen dort Proben ein.

Das Samendepot auf der Inselgruppe Spitzbergen ist eine Art arktischer Arche Noah für die Pflanzenvielfalt.
Veröffentlicht am 25. Februar 2025 um 12:17 Uhr

Im globalen Saatgut-Tresor auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen werden gut 14.000 neue Saatgut-Proben deponiert. Viele stammen aus Ländern, die von Naturkatastrophen und gewalttätigen Konflikten betroffen sind, wie die Betreiber des Svalbard Global Seed Vault mitteilten. Zu den Neuzugängen gehören demnach Hirsesorten aus dem Sudan, wichtige Nutz- und Kulturpflanzen der Philippinen sowie Samen aus Ländern wie Bolivien, Brasilien, Nigeria und Simbabwe.

Auf der nordnorwegischen Inselgruppe Spitzbergen (Svalbard) wurde in der Nähe des Ortes Longyearbyen eine ganz besondere Schatzkammer geschaffen: Samen von Nutzpflanzen aus etlichen Ländern der Welt werden hier aufbewahrt. Eine schwere Stahltür führt, eingebettet in einen spektakulären Betoneingang, ins Innere eines schneebedeckten Berges. Seit seiner Eröffnung im Februar 2008 ist der Svalbard Global Seed Vault zu einer Art arktischer Arche Noah für Samen tausender Pflanzenarten geworden.

Sicher vor Klimakatastrophen und Konflikten

Die Geschäftsführerin des zu den Betreibern gehörende Forschungsinstituts NordGen, Lise Lykke Steffensen, sagte, die Beteiligung von Saatgutbanken aus Ländern wie den Philippinen und dem Sudan unterstreiche die Rolle des Tresors als Schutz vor parallel auftretenden Krisen wie Klimawandel und Konflikte. Die Einlagerungen in dieser Woche verdeutlichten die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit für den Erhalt genetischer Ressourcen für die nächsten Generationen.

Im Sudan herrscht seit fast zwei Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Im Zuge des Konfliktes wurden große Teile der nationalen Saatgut-Sammlung zerstört, wie es von den Betreibern hieß. Die Philippinen weisen demnach eine Kombination aus hoher genetischer Vielfalt und extremer Anfälligkeit für Naturkatastrophen auf. Im Jahr 2006 seien bei einem Taifun zahlreiche Samen der philippinischen Saatgutbank verlorengegangen.

Sicher eingefroren selbst bei Stromausfall

Spitzbergen liegt etwa auf halbem Weg zwischen dem Nordpol und der Nordspitze Norwegens. Die Inselgruppe ist eine entmilitarisierte Zone und zählt zu den kältesten Gegenden der Erde. Die Samenproben im Saatgut-Tresor würden dank des Permafrostes auch bei einem Stromausfall tiefgefroren bleiben. Saatgutbanken aus rund 85 Ländern lagern dort Samen tausender Pflanzenarten als eine Art Sicherheitskopie, wie die Betreiber des Svalbard Global Seed Vault mitteilten.


Bildnachweis: © Neil Palmer/dpa
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