Der in vielen Teilen Deutschlands ungewöhnlich nasse Juli war für Pflanzen eine Wohltat. «In den Regionen, in denen es viel geregnet hat, haben sich die Pflanzen, die unter Stress waren, erholt», sagt Andreas Marx, Leiter des Dürremonitors am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Pflanzen könnten Wasser relativ schnell aus dem Boden ziehen. «Teilweise hat man das auch in den Städten gesehen. Bei verdorrten Rasenflächen hat es nur wenige Tage gedauert, bis sie langsam wieder grün wurden.» Der Zustand der Böden sei regional allerdings extrem unterschiedlich, erklärt der Wasserforscher. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und großen Teil Brandenburgs habe es die doppelte Menge an Niederschlag gegeben als gewöhnlich. «Wenn man die obersten 25 Zentimeter unter der Oberfläche anguckt, sind die Böden im Nordosten Deutschlands wirklich voll.» Auch die Böden in Rheinland-Pfalz, im Saarland, im Norden Baden-Württembergs und im Süden Bayerns seien mit reichlich Regen beschenkt worden. Die oberen 60 Zentimeter der Böden seien für die Jahreszeit ungewöhnlich nass. Im Ruhrgebiet, in großen Teil Thüringens und im Norden Bayerns allerdings kam wesentlich weniger Regen herunter als sonst. Hier seien die obersten 60 Zentimeter zum Teil außergewöhnlich trocken. Das bringe Landwirte in Schwierigkeiten – etwa beim Maisanbau, der im Juli und August anstehe. «Wie sich das jetzt über den Rest Sommer entwickelt, hängt zum einen davon ab, wie lange es heiß bleibt und zum anderen, ob dann noch ein halbwegs normaler Niederschlag kommt», sagt Marx. Dort, wo es viel geregnet habe und der Boden gut durchfeuchtet sei, gebe es einen Puffer. «Teilweise ist der Puffer so groß, dass die Wasserversorgung sicherlich bis mindestens über den August hinaus reichen wird.» In Brandenburg zum Beispiel seien die Böden so nass, dass sie auch eine zweiwöchige Hitzewelle gut überstehen könnten. Böden können große Mengen Kohlenstoff speichern, sie reinigen Wasser, sind wichtiger Nährstofflieferant für Pflanzen und unerlässlich für die Ernährung der Weltbevölkerung. Gesunde Böden mit einer ausgeglichenen Porenstruktur nehmen Wasser wie ein Schwamm Wasser auf und geben es bei Bedarf wieder ab. Viele befinden sich durch Flächenversiegelungen, intensive Landwirtschaft und Klimawandel allerdings in einem schlechten Zustand. Laut dem 2024 von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) herausgegebenen «Bodenatlas» gelten in der Europäischen Union mehr als 60 Prozent der Böden als geschädigt. Konnten Schäden aus zurückliegenden Trockenperioden in Deutschland durch den Regen ausgeglichen werden? «Nein», sagte Marx. «Damit der gesamte Boden bis zu einer Tiefe von zwei Metern ausreichend feucht ist, braucht es mindestens drei sehr nasse Monate.» Und wie sieht es mit dem Grundwasser aus? «Dort, wo es viel geregnet hat, zum Beispiel östlich von Berlin, im Brandenburger Landkreis Barnim, sind einige Grundwasserpegel deutlich gestiegen.» Vor allem Regionen, in denen das Grundwasser relativ nah an der Erdoberfläche liege, profitierten. Ab einer Tiefe von 10 Metern gebe es kaum oder gar keinen Effekt. Für gewöhnlich werde das Grundwasser aber auch in den Herbst- und Wintermonaten aufgefüllt, erklärt der Wasserforscher.Zum Teil doppelte Regenmenge
Herausforderungen für Landwirte
Mehr als die Hälfte der Boden in der EU geschädigt
Langfristige Schäden nicht behoben
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Viele Pflanzen haben von teils nassem Juli profitiert
In Teilen Deutschlands sind die Böden nach dem regenreichen Juli so gut durchfeuchtet, dass sie selbst eine Hitzewelle aushalten könnten. Regional gibt es aber starke Unterschiede.
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