Tief «Gunda» hat vielerorts Straßen und Fußwege in eisige Rutschbahnen verwandelt. Spiegelglatte Straßen sorgten vor allem in Teilen Ostdeutschlands und in Bayern für zahlreiche Unfälle. Anderswo kämpfen Einsatzkräfte mit den Auswirkungen des Tauwetters. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für den frühen Morgen besonders im äußersten Osten und Nordosten noch markante Glatteisgefahr vorhergesagt. In der Nacht war vielfach Regen in gefrierenden Regen übergegangen. Im Laufe des Vormittags entspannte sich die Situation aber überwiegend. Stark betroffen vom eisigen Winterwetter war Sachsen. Alleine im Bereich der Polizeidirektion Dresden registrierten die Beamten von Mitternacht bis 10.00 Uhr fast so viele Verkehrsunfälle wie sonst innerhalb von 24 Stunden. Auf der A14 bei Leipzig hatte sich nach den seit Tagen eisigen Temperaturen an einigen Stellen der Beton gelöst. Der strenge Frost hat zudem beim ADAC in Sachsen für eine Rekordzahl an Notrufen gesorgt. Besonders angespannt war die Lage auch im bayerischen Oberfranken, wo sich etwa auf der A9 eine bis zu zwei Zentimeter dicke Eisschicht gebildet hatte. Die Polizei meldete bis zum Morgen 14 Unfälle bei Glätte. Mindestens neun Menschen seien leicht verletzt worden, sagte eine Sprecherin. Nach Schätzungen der Polizei waren 39 Fahrzeuge beteiligt, darunter mehrere Lastwagen. Auch in anderen Regionen Bayerns kam es zu Unfällen aufgrund der Witterungsverhältnisse. Bereits am Montag war es zu etlichen Unfällen auf glatten Straßen gekommen. Bei Lichtenfels in Oberfranken etwa wurden nach Angaben der Polizei am Abend bei Blitzeis mindestens 13 Menschen bei einer Massenkarambolage auf einer Bundesstraße verletzt, zwei von ihnen schwer. In Hamburg beschert das dort einsetzende Tauwetter mit Regen der Feuerwehr seit der Nacht zahlreiche Einsätze. Größere Einschränkungen gab es am Elbtunnel. Eisteile drohten auf die Fahrbahn und die Fahrzeuge zu stürzen. Die Feuerwehr war mit Spezialfahrzeugen im Einsatz und befreite die Lamellen am südlichen Tunnelportal von den sogenannten Eisplanken, wie ein Sprecher der Autobahn GmbH des Bundes der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Autobahn 7 in Richtung Norden war für gut zwei Stunden gesperrt. Auch der Tiergartentunnel in Berlin musste von Eis befreit werden, wie die Verkehrsinformationszentrale VIZ mitteilte. Auffällig viele Verkehrsunfälle gab es aber nicht. In Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen blieb die Zahl der Unfälle und Stürze trotz vielerorts spiegelglatter Straßen ebenfalls überschaubar. Größere Einschränkungen bei der Deutschen Bahn gab es aufgrund der Wetterlage nicht. Auf ihrer Website wies das Unternehmen am Nachmittag etwa auf «witterungsbedingte Anpassungen auf allen Linien» der S-Bahn in Hamburg hin. Zudem komme es zu Zugausfällen im Fernverkehr der Deutschen Bahn in Tschechien. Betroffen seien Railjet-Verbindungen zwischen Dresden und Prag. In den vergangenen Tagen hatte bereits der Wintersturm «Elli» vielerorts für gefährliche Glätte und zahlreiche Unfälle gesorgt. In den Notaufnahmen des Landes war die Belastung entsprechend hoch. «Eis und Schnee haben uns in den vergangenen Tagen auch in den Notaufnahmen extrem belastet», sagte Gerald Gaß, Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der «Rheinischen Post». Am kältesten war es in diesem Jahr laut vorläufiger Daten des DWD in Oberstdorf im Allgäu. Dort zeigte das Thermometer am 6. Januar eine Temperatur von minus 21,7 Grad an, wie es auf Nachfrage der dpa hieß. Auf Eis und Schnee folgen nun Regen und stellenweise zweistellige Temperaturen. Tief «Gunda» habe landesweit mildere Witterung gebracht, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. An diesem Mittwoch liegen die Höchstwerte überall im positiven Bereich - mit einem Nordost-Südwestgefälle, wie Meteorologe Marcel Schmid sagte. An den folgenden Tagen der Woche sei ein meist unspektakulärer Mix aus Regen und stellenweise längeren sonnigen Abschnitten zu erwarten.Winterwetter hält Menschen in Atem
Eis drohte auf A7 zu fallen
Teils Zugausfälle bei der Deutschen Bahn
Notaufnahmen zuletzt extrem belastet
Wetterumschwung kommt
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Zwischen Tauwetter und Glatteis: So ist die Wetterlage
Am Vormittag sorgte Glätte für zahlreiche Unfälle. Betroffen waren vor allem Sachsen und Bayern. Im Norden Deutschlands stellt dagegen das Tauwetter die Einsatzkräfte vor neue Herausforderungen.
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