12. Januar 2026 / Aus aller Welt

Glatteis-Gefahr verlagert sich in den Osten Deutschlands

Was der Westen hinter sich hat, steht dem Osten noch bevor. Vor allem im Nordosten und Südosten kann es spiegelglatt werden. Brandenburg hat die Präsenzpflicht an Schulen für Dienstag aufgehoben.

Nun steht vor allem dem Osten Deutschlands Glatteis-Gefahr bevor.
Veröffentlicht am 12. Januar 2026 um 15:43 Uhr

Während das Glatteis im Westen Deutschlands weitgehend abklingt, müssen sich Menschen im Osten und Südosten des Landes weiterhin auf gefährliche Wetterverhältnisse einstellen. Dort besteht voraussichtlich noch bis in die Frühstunden des Dienstags erhöhte Gefahr durch gefrierenden Regen und Glatteis, wie Meteorologin Sabine Krüger vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte. Auch im Osten und Nordosten gehe im Laufe der Nacht der Regen vielfach in gefrierenden Regen über. «Daher muss dort ab heute Abend mit Glatteis gerechnet werden.» 

Brandenburg: Präsenzpflicht an Schulen für Dienstag aufgehoben

In Brandenburg steht es den Eltern am Dienstag frei, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Präsenzpflicht sei für diesen Tag ausgesetzt, teilte das Brandenburger Bildungsministerium mit. Auch in anderen Bundesländern war der Schulbetrieb bereits eingeschränkt: In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen fiel der Präsenzunterricht an den Schulen am Montag wegen der Glatteis-Gefahr landesweit aus. Ausnahmen gab es auf den Ostfriesischen Inseln. Auch in Hessen, Bayern und weiteren Bundesländern wurde der reguläre Unterricht an vielen Schulen abgesagt. Vielerorts wurde jedoch eine Notbetreuung angeboten.

«Es ist kein Schulfrei – die Schülerinnen und Schüler müssen schon arbeiten», betonte die nordrhein-westfälische Schulministerin Dorothee Feller (CDU) im WDR. Ziel sei es, gefährliche Schulwege zu vermeiden, nicht aber den Unterricht auszusetzen.

Unfälle, Todesfall und Einschränkungen

Am Morgen war es vielerorts spiegelglatt. In einem Teich in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) wurde unterdessen die Leiche eines Mannes gefunden. Laut einer Polizeisprecherin handelt es sich um einen 40-Jährigen. Ein Zeuge hatte den Angaben zufolge dort einen Mann beim Eisbaden gesehen - dieser sei dann nicht wieder aufgetaucht. 

Im Westen Deutschlands entspannte sich die Lage im Tagesverlauf, da mildere Luft von Westen ins Land zog. Zuvor hatte starker Regen auf den gefrorenen Böden für gefährlich glatte Straßen gesorgt. Im morgendlichen Berufsverkehr ging es auf mehreren Autobahnen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nur sehr langsam voran. In Nordrhein-Westfalen waren vor allem die A4 und die A45 im Sauerland betroffen, wie auf dem Informationsportal des NRW-Verkehrsministeriums zu sehen war. In Hessen stockte der Verkehr unter anderem rund um Kassel. Es gab auch einige Unfälle und dadurch Staus.

Die Winterdienste waren vielerorts im Dauereinsatz. Man habe in mehreren Schichten die ganze Nacht hindurch vorbeugend Salz gestreut, teilten etwa die für den Winterdienst in Köln zuständigen Abfallwirtschaftsbetriebe mit.

Flug- und Bahnverkehr betroffen

Am Frankfurter Flughafen wurden am Morgen wegen Schnee und Glatteis rund 100 Flüge gestrichen. Auch an den Flughäfen in München und Nürnberg kam es zu witterungsbedingten Ausfällen. Bei der Bahn gab es Einschränkungen im Regionalverkehr, unter anderem in Niedersachsen und Hamburg. Im Fernverkehr drosselte die Bahn auf einigen Strecken die Geschwindigkeit der Züge. Insgesamt habe man jedoch einen guten Betriebsstart erlebt, sagte eine Sprecherin. 

Glätte verlagert sich nach Osten

Verantwortlich für die Glätte ist Tief «Gunda», das von Westen her zunächst Schnee und später Regen brachte, der bei eisigen Temperaturen in der Luft oder auf dem Boden gefriert. Für weite Teile Ostdeutschlands gilt weiterhin die zweithöchste Unwetterwarnstufe vor Glatteis. Sie betrifft vor allem den Südosten Bayerns und den Nordosten von Mecklenburg bis Brandenburg und kann bis Dienstagvormittag andauern. Meteorologen riefen dazu auf, Fahrten mit dem Auto möglichst zu vermeiden. Es bestehe «Gefahr für Leib und Leben».

Am kältesten war es in der Nacht zum Montag allerdings im Osten - und zwar laut vorläufiger Daten des DWD in Sohland an der Spree im südlichen Sachsen und in Doberlug-Kirchhain im Süden von Brandenburg. An beiden Messstationen wurden demnach minus 19,6 Grad gemessen.


Bildnachweis: © Elisa Schu/dpa
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