Geprägt von der Aussicht auf einen ersten Tiefseebergbau-Antrag hat eine Generalversammlung der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) begonnen. Zum Auftakt der fünftägigen Tagung am ISA-Sitz in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston wurde Malta am Montag das 28. Land, das ein Moratorium, eine vorsorgliche Pause oder ein Verbot des Tiefseebergbaus fordert. Diese Gruppe, zu der auch Deutschland gehört, will bei der Generalversammlung eine Grundsatzregelung zum Schutz der Meeresumwelt zur Diskussion bringen. Gegen Ende der Woche wird der ISA-Generalsekretär gewählt. Die Grundsatzregelung soll festlegen, dass die ISA keinen Tiefseebergbau genehmigt, bis die Umweltfolgen genauer erforscht sind. Bei der vorherigen jährlichen Generalversammlung verhinderten China und andere Mitgliedstaaten, die den Tiefseebergbau befürworten, den Programmpunkt. Sie zögerten die Verabschiedung der Tagesordnung bis zum letzten Moment hinaus. Trotz der Bedenken zahlreicher Experten kündigte der kanadische Konzern The Metals Company an, einen ersten Antrag für ein Tiefseebergbau-Projekt noch in diesem Jahr zu stellen. Übernächstes Jahr will er im Pazifik mit dem kommerziellen Abbau von Rohstoffen am Boden der Tiefsee beginnen. Beim Tiefseebergbau geht es vor allem um den Abbau sogenannter Manganknollen auf dem Boden der Hohen See. Diese entstehen über Millionen Jahre und enthalten Rohstoffe wie Mangan, Kobalt, Kupfer und Nickel, die zur Herstellung von Batterien etwa für Elektroautos verwendet werden könnten. Studien zeigen Gefahren für die noch wenig erforschten Ökosysteme der Tiefsee. Außerdem stellen einige Experten die Notwendigkeit des Tiefseebergbaus für die Energiewende infrage. In den vergangenen zwei Wochen tagten die 36 Mitgliedstaaten des ISA-Rats in Kingston. Zum wiederholten Mal einigten sie sich nicht auf ein Regelwerk für den Tiefseebergbau. Daher ist unklar, wie mit einem Antrag der Metals Company umgegangen würde. Eine wichtige Rolle könnte der Generalsekretär spielen. Der Amtsinhaber Michael Lodge, der eine dritte Amtszeit anstrebt, tritt gegen die brasilianische Ozeanographin Leticia Carvalho an. Dem Briten werfen Umweltaktivisten und manche Mitgliedstaaten vor, der Industrie nahezustehen und entgegen seiner Neutralitätspflicht den Tiefseebergbau zu fördern. An der Generalversammlung nehmen alle ISA-Mitglieder teil: die 168 Vertragsstaaten des UN-Seerechtsübereinkommens (Unclos) und die Europäische Union. Das 1994 in Kraft getretene Unclos schuf die ISA zur Verwaltung des Meeresbodens der Hohen See - eines gemeinsamen Erbes der Menschheit. Konzern prescht mit Tiefseebergbau-Plänen vor
Umstrittener ISA-Chef steht zur Wiederwahl
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Tiefseebergbau großes Thema bei Meeresbodenbehörde
Die Pläne für das erste Tiefseebergbau-Projekt werden konkret. Wie sich die zuständige internationale Behörde angesichts der Umweltgefahren dazu verhält, wird bei einer Vollversammlung diskutiert.
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