10. Februar 2026 / Aus aller Welt

Säugling in Berlin an Meningokokken gestorben

Meningokokken-Erkrankungen sind in Deutschland sehr selten, verlaufen jedoch meist schwerwiegend. In Berlin gab es nun einen Todesfall.

Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfchen etwa beim Husten oder Niesen auf andere Menschen übertragen werden (Symbolbild).
Veröffentlicht am 10. Februar 2026 um 17:55 Uhr

Ein etwa drei Monate altes Baby ist in Berlin an den Folgen einer Meningokokken-Infektion gestorben. Der Säugling sei am 24. Januar mit einem Hautausschlag und Bewusstseinstrübung in die Notaufnahme gekommen, heißt es in einem Bericht zu Infektionskrankheiten des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso). «Er entwickelte ein Waterhouse-Friderichsen-Syndrom und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus», so die Experten. 

Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom ist eine besonders schwere Form des septischen Schocks, die laut Robert Koch-Institut (RKI) in etwa einem Drittel der Fälle zum Tod führt. Der Säugling starb einen Tag nach der Ankunft im Krankenhaus, wie eine Lageso-Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Zuvor hatte die «B.Z.» über den Todesfall berichtet.

Elf Todesfälle seit 2021

Ein mit dem Säugling verwandtes dreijähriges Kind erkrankte wenige Tage später ebenfalls an Meningokokken und entwickelte eine Meningitis (Hirnhautentzündung) und eine Sepsis. Das Kind werde auf der Intensivstation behandelt und habe sich inzwischen stabilisiert, so das Lageso. Der Impfstatus der beiden Kinder war zunächst nicht bekannt.

Seit 2021 gab es elf Todesfälle bei Menschen mit Meningokokken in Berlin. Sechs von elf Verstorbenen waren den Angaben nach Säuglinge im Alter von unter einem Jahr, wie die Sprecherin sagte.

Einige hundert Infektionen pro Jahr

Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfchen etwa beim Husten oder Niesen auf andere Menschen übertragen werden. Sie können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Die Erkrankungen sind laut RKI in Deutschland zwar sehr selten, verlaufen jedoch meist sehr schwerwiegend. Die Todesfallrate betrage 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende litten an schweren Langzeitfolgen. 2024 gab es nach RKI-Angaben 344 schwere Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland, 2025 bis Mitte September 227. 

In Berlin wurden dem Lageso in den vergangenen zehn Jahren jährlich zwischen minimal vier (2021) und maximal 39 (2016) Meningokokken-Erkrankungen gemeldet.

Impfung verfügbar

Die Erkrankung beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, und der Gesundheitszustand verschlechtert sich innerhalb weniger Stunden rapide.

In Deutschland empfiehlt die Stiko seit 2024 für Säuglinge ab dem Alter von
zwei Monaten eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B. Darüber
hinaus wird seit Oktober 2025 standardmäßig für Kinder und Jugendliche im
Alter von 12 bis 14 Jahren eine Impfung mit einem Impfstoff gegen die Serogruppen A, C, W und Y empfohlen.


Bildnachweis: © Monika Skolimowska/dpa
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