8. März 2025 / Aus aller Welt

Nasa schaltet «Voyager»-Instrumente ab, um Strom zu sparen

Die am weitesten entfernten Raumsonden laufen mit radioaktiv zerfallenem Plutonium. Das Schwermetall wird weniger - und damit die Energie. Doch die Sonden sollen noch möglichst lange laufen.

Kein anderes menschengemachtes Objekt ist so weit von Erde weg wie die «Voyager»-Zwillinge. (Archivbild)
Veröffentlicht am 8. März 2025 um 12:49 Uhr

Damit die beiden «Voyager»-Raumsonden noch weiter Daten aus den Tiefen des Alls liefern können, schaltet die US-Raumfahrtbehörde Nasa Instrumente an Bord der Sonden ab. So solle Strom gespart werden. «Wenn wir jetzt nicht auf jeder "Voyager"-Sonde ein Instrument abstellen, hätten sie wahrscheinlich nur noch ein paar Monate Energie, bevor wir das Ende der Mission verkünden müssten», erklärte Projektmanagerin Suzanne Dodd. 

Die «Voyager»-Zwillinge (auf Deutsch etwa: Reisende) sind die am weitesten von der Erde entfernten menschengemachten Objekte. Die beiden unbemannten Sonden waren 1977 gestartet. Sie sollten Planeten des äußeren Sonnensystems erkunden, flogen schließlich aber sogar über die Grenze des Sonnensystems hinaus. 

Noch drei von zehn Instrumenten laufen

Wie die Nasa weiter mitteilte, wurde schon Ende Februar ein Experiment auf «Voyager 1» beendet, das aus drei Teleskopen besteht, die kosmische Strahlung maßen. Ende März soll auf «Voyager 2» ein Instrument ausgeschaltet werden, das geladene Teilchen mit wenig Energie misst. Auf jeder Sonde liefen dann noch drei von ursprünglich einmal zehn Instrumenten. 

Die Zwillingssonden nutzen ein Energiesystem, das Strom aus der Wärme von radioaktiv zerfallendem Plutonium erzeugt. Beide verlieren laut Nasa jedes Jahr etwa vier Watt. «Die Energie wird knapp», erklärte Dodd. Trotzdem versuche die Nasa, die beiden so lange wie möglich zu betreiben. In etwa einem Jahr müssten wohl weitere Instrumente abgestellt werden. Dann könnten die Sonden möglicherweise bis in die 2030er Jahre betrieben werden.

Milliarden Kilometer entfernt

Der «Voyager»-Wissenschaftler Patrick Koehn ergänzte: «Die "Voyager"-Raumsonden haben ihre ursprüngliche Mission, die äußeren Planeten zu erforschen, weit übertroffen.» Jedes bisschen an zusätzlichen Daten sei ein Bonus für die Heliophysik. Die beiden Sonden haben die Heliosphäre unserer Sonne verlassen - einer Art Blase im interstellaren Raum, die maßgeblich durch den Sonnenwind gebildet wird.

Die beiden Sonden sind nur mehr als 25 Milliarden Kilometer beziehungsweise 21 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Wegen der Entfernung benötigt ein Radiosignal 23 Stunden beziehungsweise 19,5 Stunden zu ihnen.


Bildnachweis: © NASA/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

B 10 Richtung Stuttgart ab 15. August voll gesperrt – Umleitungen über Zuffenhausen
Mobilität & Verkehr

Vom 15. bis 31. August wird die B 10 Richtung Stuttgart voll gesperrt. Autofahrer müssen sich auf Umleitungen und Behinderungen einstellen.

weiterlesen...
Auto rast durch Fußgängerzone - Minister spricht von Unfall
Aus aller Welt

Umgestürzte Stühle, Kinderspielzeug auf der Straße: Eine Spur der Verwüstung hat ein Autofahrer im nordhessischen Hofgeismar hinterlassen. Es gibt mehrere Verletzte. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Berichte: Drei Tote nach Gebäudeeinsturz in Neu-Delhi
Aus aller Welt

Rettungskräfte suchen weiter nach Verschütteten in Neu-Delhi. Das Gebäude diente als Studentenunterkunft.

weiterlesen...
20 Verletzte bei Unfall mit Reisebus auf der A3
Aus aller Welt

Auf der Autobahn 3 bei Wörth an der Donau kommt es zu einem Unfall mit mehreren Fahrzeugen - darunter ein Reisebus.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Berichte: Drei Tote nach Gebäudeeinsturz in Neu-Delhi
Aus aller Welt

Rettungskräfte suchen weiter nach Verschütteten in Neu-Delhi. Das Gebäude diente als Studentenunterkunft.

weiterlesen...
20 Verletzte bei Unfall mit Reisebus auf der A3
Aus aller Welt

Auf der Autobahn 3 bei Wörth an der Donau kommt es zu einem Unfall mit mehreren Fahrzeugen - darunter ein Reisebus.

weiterlesen...