5. Februar 2025 / Aus aller Welt

Polizei findet mutmaßlichen Schützen in Örebro tot vor

Im Fall der Todesschüsse an einer schwedischen Schule kommen langsam neue Details zum mutmaßlichen Täter ans Licht. Dennoch bleiben weiterhin viele Fragen offen - unter anderem die nach dem Tatmotiv.

Die Tat ereignete sich am Campus Risbergska, einer Einrichtung für Erwachsenenbildung.
Veröffentlicht am 5. Februar 2025 um 15:51 Uhr

Nach dem Angriff auf eine schwedische Schule hat die Polizei auch den mutmaßlichen Täter unter den insgesamt elf Toten am Tatort gefunden. Das teilten die Ermittler bei einer Pressekonferenz mit. Als die Polizeikräfte am Dienstag an der Bildungseinrichtung ankamen, hörten sie Schüsse, wie Roberto Eid Forest, Leiter der Polizei in Örebro, sagte. Bei einer anschließenden Durchsuchung des Gebäudes wurde der mutmaßliche Schütze dann tot vorgefunden, erklärte der Polizeichef.

Medienberichte, denen zufolge sich der mutmaßliche Täter selbst das Leben nahm, konnte Eid Forest nicht bestätigen. Er fügte hinzu, dass weiterhin nicht alle der elf Todesopfer identifiziert seien.

Polizei geht nicht von Terrorakt aus

Die tödlichen Schüsse hatten sich am Dienstag am Campus Risbergska in Örebro ereignet, einem Bildungszentrum für Erwachsene. Schwedens Justizminister Gunnar Strömmer nannte die Tat «die schlimmste Massenschießerei», die es je in Schweden gegeben habe.

Das Tatmotiv bleibt weiter unklar. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter allein vorging und dass es sich nicht um einen Terrorakt handelte. Der mutmaßliche Täter war demnach ein Mann, der der Polizei zuvor nicht bekannt war. Er habe keine Verbindung zu einer Bande gehabt, sagte Eid Forest.

Verletzte in stabilem Zustand

Die Polizei wies in einer Mitteilung darauf hin, dass in den sozialen Medien teilweise unzutreffende Darstellungen über die Schüsse in Örebro verbreitet würden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gebe es keine Hinweise darauf, dass der Täter aus ideologischen Motiven gehandelt habe, hieß es von den Ermittlern.

Sechs Verletzte befinden sich weiterhin im Krankenhaus, sagte Jonas Claesson, Direktor für das Gesundheitswesen in der Region, bei der Pressekonferenz. Fünf von ihnen hatten lebensbedrohliche Schusswunden erlitten, als sie eingeliefert wurden. Der Zustand der Patienten sei nun stabil, sagte Claesson, auch wenn sich zwei von ihnen weiterhin auf der Intensivstation befinden.

Fahnen in Stockholm auf halbmast

Am Mittwoch wurden in der schwedischen Hauptstadt Stockholm die Fahnen am Parlamentsgebäude sowie am königlichen Schloss auf halbmast gesetzt. Das teilte der Ministerpräsident Kristersson auf X mit. Er rief die Schweden dazu auf, sich an der Trauerbeflaggung zu beteiligen.

Am Nachmittag reisten Kristersson und auch das schwedische Königspaar nach Örebro. Der Rundfunksender SVT zeigte, wie König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia in der Nähe der Risbergska Schule Blumen niederlegten. Anschließend nahmen der Ministerpräsident sowie das Königspaar an einem Gedenkgottesdienst in Örebro teil.

König Carl Gustaf sagte vor Beginn des Gottesdienstes zur Nachrichtenagentur TT: «Ich denke an alle, die es gerade schwer habe. Aber sie sind nicht allein.» Er sagte, er hoffe, dass man eine Gesellschaft aufbauen könne, die auch in Zukunft funktioniere. Man müsse von vorn anfangen und versuchen, diese «Gräueltat» zu verstehen, meinte Carl Gustaf.

Örebro liegt etwa 200 Kilometer westlich von der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Der Campus Risbergska ist eine Art Bildungszentrum, an dem Erwachsene ab 20 Jahren sowohl Hauptschul- und Gymnasialkurse als auch Sprachkurse belegen und Berufsausbildungen machen können.


Bildnachweis: © Sergei Grits/AP/dpa
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