26. März 2025 / Aus aller Welt

Brände in Ostasien - mindestens 24 Tote in Südkorea

Die Zahl der Todesopfer bei den anhaltenden Waldbränden in Südkorea steigt weiter. Auch in anderen Ländern Ostasiens wüten Brände.

Bei den Waldbränden in Südkorea sind seit dem Wochenende mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen.
Veröffentlicht am 26. März 2025 um 10:08 Uhr

Die Zahl der Todesopfer bei den Waldbränden in Südkorea steigt - auf inzwischen mindestens 24. Das berichtete die südkoreanische Tageszeitung «Chosun Ilbo». Bei dem außer Kontrolle geratenen Feuer seien zudem 26 Menschen verletzt worden, zwölf davon schwer. Die Behörden befürchten weitere Tote in den nächsten Tagen. Auch in anderen ostasiatischen Ländern gibt es Brände mit teils verheerenden Folgen.

Unter den Toten in Südkorea befinden sich mehrere Einsatzkräfte. So sind am Wochenende bereits zwei Feuerwehrleute sowie zwei Regierungsbeamte beim Kampf gegen die Flammen gestorben. Ebenfalls stürzte am Mittwoch ein Helikopter bei Löscharbeiten im Landkreis Uiseong ab. Der 73-jährige Pilot starb. Die Gründe für den Absturz sind bislang unklar. In einer ersten Reaktion haben die Behörden sämtliche Flüge der rund 140 Helikopter in den betroffenen Brandgebieten eingestellt.

Premierminister Han Duck Soo, der derzeit auch die Amtsgeschäfte des suspendierten Präsidenten Yoon Suk Yeol übernimmt, sagte in einer Fernsehansprache, dass «Schäden durch die Brände drohen, wie wir sie noch nie erlebt haben». Laut lokalen Medien handelt es sich um die bisher drittgrößten Waldbrände in der Geschichte des Landes. 

Eine Fläche von mehr als 40.000 Hektar brannte bereits nieder. Rund 30.000 Anwohner wurden in Sicherheit gebracht, darunter auch mehrere hundert Gefängnisinsassen in den betroffenen Gebieten. Mindestens vier Landkreise wurden zum Katastrophengebiet erklärt. 

Die Brände haben bereits mehrere historische Stätten zerstört. So brannte ein über tausend Jahre alter Tempel vollständig nieder. Auch das historische Hahoe-Dorf, das von der Unesco 2010 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, ist von den Flammen bedroht. Die Anwohner wurden zur Evakuierung aufgerufen.

Die Regierung hat rund 5.000 Einsatzkräfte gegen die Flammen mobilisiert. Zudem haben etliche südkoreanische Unternehmen ihre Unterstützung angekündigt: So gaben der Autoproduzent Hyundai Motor und die Mischkonzerne SK und LG an, zwei Milliarden Won (ungefähr 1,3 Millionen Euro) für den Wiederaufbau der betroffenen Gebiete spenden zu wollen. 

Was sind Gründe für die Waldbrände in Südkorea?

Das Feuer war am Freitag im Landkreis Sancheong ausgebrochen, etwa 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Seoul. Nach Angaben der Behörden haben Winde und eine anhaltende Dürre die Brände begünstigt. Nach wie vor ist die Lage überaus angespannt. Zwar sind für Donnerstag leichte Regenschauer für den Südosten des Landes vorhergesagt, doch dürften diese kaum ausreichen, um bei den Löscharbeiten einen bedeutsamen Unterschied zu machen. 

In Südkorea kommt es während anhaltender Trockenperioden regelmäßig zu Waldbränden. In den vergangenen Jahren haben sowohl die Durchschnittstemperaturen als auch Extremwetter im Land zugenommen, was die Gefahr für Brände und deren Ausmaße deutlich erhöht hat. Wissenschaftler sehen die Zunahme von Waldbränden in Südkorea auch als Indikator für den fortschreitenden Klimawandel.

Tausende Tiere sterben in Mongolei

Nicht nur Südkorea ist betroffen: Trockenheit begünstigte auch in anderen ostasiatischen Ländern die Ausbreitung zahlreicher Feuer. In der Mongolei, einem vom Klimawandel besonders betroffenen Land zwischen Russland und China, meldete der Katastrophenschutz mit Stand Montag landesweit 28 Wald- und Steppenbrände. Die Zahl der Brände innerhalb der Frühjahrs-Trockenheit sei dramatisch angestiegen, erklärte ein Feuerwehrsprecher. 

Die Flammen zerstörten demzufolge bislang eine Fläche von fast 1,4 Millionen Hektar - fast so groß wie Schleswig-Holstein (1,58 Millionen Hektar). Zudem fielen rund 7.500 Schafe und Rinder in dem vom Nomadentum immer noch stark geprägten Land den Flammen zum Opfer. 

Chinas Feuerwehr kämpft gegen viele Flächenbrände 

Im Nachbarland China kämpften Feuerwehrleute unter der anhaltenden Trockenheit vor allem im Norden und Osten gegen mehrere Flächenbrände. In der Provinz Anhui löschten rund 700 Rettungskräfte einen Brand nahe der Großstadt Hefei, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Behörden vermuteten demnach, dass Anwohner beim rituellen Abbrennen von Papiergeld im Gedenken an die Vorfahren das Feuer entfacht hatten. 

Ein ähnlicher Fall ereignete sich im Pekinger Vorort Fangshan. In der Provinz Shanxi kämpften sich mehr als 2.000 Helfer und Feuerwehrleute laut Staatsmedien durch Sträucher und Bäume, um einen am Montag entfachten Waldbrand zu löschen.


Bildnachweis: © Yoon Gwan-shick/Yonhap via AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Böhse Onkelz: Provokation, Wandel und ein fester Platz im deutschen Rock
Musik Szene Stuttgart

Polarisierend, laut und gereift: Die Böhsen Onkelz zwischen umstrittener Vergangenheit, musikalischem Erfolg und ungebrochener Fanliebe.

weiterlesen...
Zwischen Weihnachtsliteratur und Fernsehrolle: Hans Sigl im Hegelsaal
Veranstaltungen

Hans Sigl bringt Literatur, Musik und Adventsstimmung in die Liederhalle – bleibt dabei aber stärker Bergdoktor als Erzähler.

weiterlesen...
Silvester in Stuttgart
Stuttgart - Online

Noch keine Pläne für den Jahreswechsel? Kein Problem, Silvester in Stuttgart bietet jede Menge Möglichkeiten: Events, festliche Menüs, Kultu

weiterlesen...

Neueste Artikel

Kunde nach Millionen-Coup: «Fühle mich wie betäubt»
Aus aller Welt

Deprimiert, «wie betäubt nach einer Spritze», fühlt sich ein Opfer des Gelsenkirchener Einbruchs in eine Bank-Filiale. Der Mann will klagen - zusammen mit rund 200 anderen Geschädigten.

weiterlesen...
2025 war drittwärmstes Jahr – Pariser Klimaziel in Gefahr
Aus aller Welt

Erstmals liegen EU-Berechnungen zufolge drei Jahre im Schnitt mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Es droht ein Überschreiten des Pariser Klimaziels in nicht allzu weiter Ferne.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Kunde nach Millionen-Coup: «Fühle mich wie betäubt»
Aus aller Welt

Deprimiert, «wie betäubt nach einer Spritze», fühlt sich ein Opfer des Gelsenkirchener Einbruchs in eine Bank-Filiale. Der Mann will klagen - zusammen mit rund 200 anderen Geschädigten.

weiterlesen...
2025 war drittwärmstes Jahr – Pariser Klimaziel in Gefahr
Aus aller Welt

Erstmals liegen EU-Berechnungen zufolge drei Jahre im Schnitt mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Es droht ein Überschreiten des Pariser Klimaziels in nicht allzu weiter Ferne.

weiterlesen...