17. August 2024 / Aus aller Welt

Mangel an Blutspenden: Reserven fast aufgebraucht

In Deutschland fehlen Blutspenden – und die Reserven neigen sich dem Ende entgegen. In einigen Bundesländern mussten deshalb schon Operationen verschoben werden. Was könnte helfen?

Blutmangel in Deutschland: Bereits zwei Spenden jährlich könnten helfen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 17. August 2024 um 05:55 Uhr

Weil in Deutschland derzeit zu wenig Blut gespendet wird, werden die Blutreserven knapp. Wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mitteilte, werden bundesweit täglich 15.000 Blutspenden benötigt. «Eine hohe Konkurrenz durch Freizeitaktivitäten trägt dazu bei, dass die benötigten Spenden vielerorts nicht erreicht werden», sagte der Bundessprecher der DRK-Blutspendedienste, Patric Nohe. «Die DRK-Blutspendedienste mussten daher auf ihre Reserven zurückgreifen, die nun weitestgehend aufgebraucht sind.»

Auch wenn das Blut «wirklich knapp» sei: «Wir haben keinen bundesweiten Notstand mit Blutpräparaten», erklärt Nohe weiter. «Wer jetzt in Not gerät und dann ins Krankenhaus kommt, der bekommt auch noch eine Blutkonserve.» Die DRK-Blutspendedienste decken nach eigenen Angaben etwa 75 Prozent der bundesweiten Blutspenden ab.

Geplante Operationen müssen mitunter verschoben werden

Grund für die aktuelle Blutknappheit sind Nohe zufolge etwa die zurückliegenden Feier- und Brückentage, die Fußball-EM und die Urlaubszeit. In dieser Zeit sei die Spendenbereitschaft niedrig. «Zudem war es kaum möglich, im Rahmen der geringen Haltbarkeit Puffer-Reserven anzulegen.» Das Blut, das derzeit gespendet werde, komme sofort zum Einsatz. «Alles, was reinkommt, geht auch direkt wieder raus.»

Besonders kritisch sei die Situation in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Niedersachsen. «In einigen Fällen mussten planbare Operationen bereits verschoben werden», sagte Nohe. Doch auch bundesweit gebe es «deutlich Luft nach oben». «Es ist nun ganz entscheidend, dass wir sämtliche angebotene Termine in den kommenden Wochen hoch auslasten, um die Versorgung mit überlebenswichtigen Blutpräparaten aufrechtzuerhalten.» 

Bereits zwei Blutspenden im Jahr könnten helfen

Um Spenderinnen und Spender zum Blutspenden zu motivieren, müsse derzeit «größter logistischer sowie kommunikativer Aufwand betrieben werden», erklärte Nohe. «Das Fundament der Blutspender in Deutschland bilden aktuell die Babyboomer.» Doch viele ältere Menschen dürften trotz des Wegfalls der Altersobergrenze aufgrund von Medikamenteneinnahmen oder Krankheiten nicht mehr spenden. Deshalb seien besonders junge Leute gefragt: «Bereits zwei Blutspenden pro Jahr könnten helfen.»

Sollte sich die Situation nicht bessern, würden weitere planbare Eingriffe in den Kliniken nach hinten geschoben werden. Nohe: «Grundsätzlich ist Blut nicht künstlich herstellbar. Wenn niemand mehr Blutspenden gehen würde, würde das ziemlich schnell in einer großen Katastrophe enden.»


Bildnachweis: © Sven Hoppe/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Genuss aus der Region: Tastingerlebnis bringt schwäbische Spirituosen ins Rampenlicht
Inside-News

Regionale Destillate, echte Handwerkskunst und spannende Tastings: Tastingerlebnis macht Genuss zum Erlebnis mit schwäbischer Handschrift.

weiterlesen...
Lebenslang für Raser nach Rennen - Was Opferangehörige sagen
Aus aller Welt

Die Spannung bei den Angehörigen der beiden Toten löst sich zu Beginn des Urteils. Die beiden Raser, die den fatalen Unfall in Ludwigsburg verursachten, müssen lange in Haft. Aber die Trauer bleibt.

weiterlesen...
Genuss aus der Region: Tastingerlebnis bringt schwäbische Spirituosen ins Rampenlicht
Inside-News

Regionale Destillate, echte Handwerkskunst und spannende Tastings: Tastingerlebnis macht Genuss zum Erlebnis mit schwäbischer Handschrift.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Vorbereitungen für Walrettung gehen weiter
Aus aller Welt

Ein zwölf Tonnen schwerer Buckelwal liegt seit 19 Tagen fest. Die Rettungsinitiative bereitet sich vor – doch Fachleute warnen vor weiteren Eingriffen.

weiterlesen...
Zivilklage gegen Alec Baldwin nach Todesschuss bei Filmdreh
Aus aller Welt

Eine Kamerafrau kommt beim Dreh des Westerns «Rust» durch einen Schuss ums Leben. Ein Strafprozess gegen Alec Baldwin wurde 2024 eingestellt. Doch nun kommt auf den Schauspieler eine Zivilklage zu.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Vorbereitungen für Walrettung gehen weiter
Aus aller Welt

Ein zwölf Tonnen schwerer Buckelwal liegt seit 19 Tagen fest. Die Rettungsinitiative bereitet sich vor – doch Fachleute warnen vor weiteren Eingriffen.

weiterlesen...
Zivilklage gegen Alec Baldwin nach Todesschuss bei Filmdreh
Aus aller Welt

Eine Kamerafrau kommt beim Dreh des Westerns «Rust» durch einen Schuss ums Leben. Ein Strafprozess gegen Alec Baldwin wurde 2024 eingestellt. Doch nun kommt auf den Schauspieler eine Zivilklage zu.

weiterlesen...