Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in einer Büffelherde in Brandenburg gehen die Untersuchungen zum Ausmaß der für Klauentiere hochansteckenden Viruserkrankung weiter. Hinweise auf eine Ausbreitung in weiteren Tierbeständen gibt es bisher nicht. «Ziel muss weiter sein, die Maul- und Klauenseuche schnell einzudämmen und die Folgen für Tiere sowie Schäden für unsere Land- und Lebensmittelwirtschaft so gering wie irgend möglich zu halten», sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne). Am Montag will er sich mit Branchenvertretern treffen. Im brandenburgischen Hönow am Berliner Stadtrand war in einer kleinen Wasserbüffel-Herde die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Es ist der erste Ausbruch seit mehr als drei Jahrzehnten in Deutschland. In Europa wurde der letzte Ausbruch 2011 aus Bulgarien gemeldet. Wie das Virus nun in die Herde gelangte, ist bisher unklar. Tierpark und Zoo Berlin wurden vorsorglich bis einschließlich Montag geschlossen. Die am Freitag startende Agrarmesse Grüne Woche verzichtet darauf, Rinder, Schafe, Ziegen und Alpakas zu zeigen. Tierbestände in ganz Berlin werden vorsorglich getestet, wie eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz sagte. Auch im Umkreis der Weide der infizierten Wasserbüffel laufen umfangreiche Probennahmen. In nahe liegenden Beständen wurden vorsorglich Dutzende Schweine und Ziegen sowie einige Rinder getötet. Zudem gilt in Brandenburg vorerst bis einschließlich Montag ein Verbot für Transporte von Klauentieren. Klarheit gibt es inzwischen über die Variante des Erregers, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilte. Nah verwandte Viren kommen demnach im Nahen Osten und in Asien vor. Ein passender Impfstoff könne rasch hergestellt werden. Ob er zum Einsatz kommt, hängt auch von einer möglichen weiteren Verbreitung des Virus ab. Experten des FLI gehen aufgrund von Wundmerkmalen an den Wasserbüffeln davon aus, dass die Infektion und damit die Einschleppung in den Bestand schon länger zurückliegt, wie eine Sprecherin des Landkreises Märkisch-Oderland sagte. Drei Tiere der Herde waren zum Zeitpunkt des Nachweises bereits verendet, weitere elf wurden getötet. Alle 14 Büffel seien infiziert gewesen, hieß es. Amtstierarzt Ralph Bötticher aus dem Kreis Märkisch-Oderland sagte, der betroffene Landwirt habe keine Futtermittel von außerhalb gekauft, sondern selbst Heu geerntet. Eine Einschleppung des MKS-Virus sei etwa über Urlauber und mitgebrachte Nahrungsmittel möglich, wenn Lebensmittelreste einfach in den Wald oder auf Wiesen geworfen würden. In der Landwirtschaft ist die Sorge vor der Maul- und Klauenseuche groß, zumal viele Betriebe bereits durch andere kursierende Krankheiten wie Blauzungenkrankheit, Afrikanische Schweinepest oder Vogelgrippe belastet sind. «Es ist eine Seuche, die hochinfektiös ist und einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen kann innerhalb von Deutschland», sagte Brandenburgs Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD). 2001 zum Beispiel hatte es einen verheerenden Seuchenzug in Großbritannien mit Folgeausbrüchen in anderen europäischen Ländern gegeben, Millionen Tiere wurden getötet, der wirtschaftliche Schaden war immens. Der Ausbruch hat bereits erste Auswirkungen - auf den Handel mit Schweinefleisch. Das südkoreanische Landwirtschaftsministerium verbot sämtliche Schweinefleischimporte aus Deutschland. Für rund 360 Tonnen deutsches Schweinefleisch stehe eine Quarantäneuntersuchung bevor, teilte das Ministerium in Seoul am Samstagabend mit.Auswirkungen in Berlin: Zoo und Tierpark geschlossen
Erreger-Variante ist bekannt
Agrarbranche in großer Sorge
Südkorea verbietet Schweinefleischimporte aus Deutschland
Bildnachweis: © Annette Riedl/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Landwirte in Sorge: Wie groß ist das Ausmaß der Tierseuche?
Die Maul- und Klauenseuche ist nach Jahrzehnten zurück in Deutschland. Noch ist das Ausmaß unklar, aber die Besorgnis in der Agrarbranche ist groß. Einen passenden Impfstoff jedenfalls gibt es.
Meistgelesene Artikel
- 14. Juli 2026
Geburtstag mit Herz: Marc Wenger feiert mit 150 Gästen und sammelt Spenden für den guten Zweck
150 Gäste, Spitzenküche und bewegende Momente: Marc Wenger verzichtete auf Geschenke und machte seinen Geburtstag zu einem Fest der Solidarität.
- 21. Juli 2026
Gigant am Himmel: Antonov An-124 transportiert 80-Tonnen-Rotor von Stuttgart nach Malaysia
Spektakulärer Einsatz am Flughafen Stuttgart: Eine Antonov An-124 brachte einen 80 Tonnen schweren Generator-Rotor zurück nach Malaysia.
Boxlegende Felix Sturm verabschiedet sich am 11. Juli in der Porsche-Arena mit seinem letzten Profikampf von den Fans.
Neueste Artikel
- 8. August 2026
Waldbrand am Gardasee: Mehr als 200 Menschen evakuiert
Am Westufer von Italiens größtem See, wo derzeit auch viele Deutsche Urlaub machen, bricht ein großes Feuer aus. Betroffen sind auch Touristen. Jetzt dürfen alle Evakuierten wieder zurück.
- 8. August 2026
Street Parade: Zürich wird zur riesigen Tanzfläche
Es ist die größte Techno-Party der Welt: Zürich wird zum Schauplatz für ein riesiges ausgelassenes Fest. Doch nach dem Anschlag in Berlin wacht die Polizei mit erhöhter Aufmerksamkeit über die Party.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 8. August 2026
Waldbrand am Gardasee: Mehr als 200 Menschen evakuiert
Am Westufer von Italiens größtem See, wo derzeit auch viele Deutsche Urlaub machen, bricht ein großes Feuer aus. Betroffen sind auch Touristen. Jetzt dürfen alle Evakuierten wieder zurück.
- 8. August 2026
Street Parade: Zürich wird zur riesigen Tanzfläche
Es ist die größte Techno-Party der Welt: Zürich wird zum Schauplatz für ein riesiges ausgelassenes Fest. Doch nach dem Anschlag in Berlin wacht die Polizei mit erhöhter Aufmerksamkeit über die Party.

