4. April 2025 / Aus aller Welt

Lage in Myanmar eine Woche nach Erdbeben völlig verheerend

Eine Woche ist es her, dass ein enormes Erdbeben Teile von Myanmar in Trümmer gelegt hat. Und noch immer ist das ganze Ausmaß nicht klar. Helfer sprechen von einer «Jahrhundertkatastrophe».

Menschen vor Ort sprechen von einer «Jahrhundertkatastrophe».
Veröffentlicht am 4. April 2025 um 12:24 Uhr

Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben im Krisenland Myanmar steigt die Zahl der Toten weiter. Jüngsten Angaben der regierenden Militärjunta zufolge wurden bislang 3.145 Leichen gefunden, mehr als 220 Menschen werden noch vermisst. Das tatsächliche Ausmaß sei aber weiterhin nicht absehbar, teilte die Welthungerhilfe mit. 

Experten befürchten, dass die Zahl der Opfer noch weit höher liegen könnte. Der Zusammenbruch der Wasserversorgung lässt derweil die Zahl der Durchfallerkrankungen steigen, Seuchen wie Cholera drohen. 

Das Erdbeben der Stärke 7,7 hatte am vergangenen Freitag vor allem die Region Sagaing, die zweitgrößte Stadt Mandalay und die Hauptstadt Naypyidaw erschüttert. Auch im mehr als 1.000 Kilometer entfernten Bangkok waren die Erdstöße deutlich zu spüren und brachten einen 30-stöckigen Rohbau zum Einsturz. Unter den Trümmern werden noch Dutzende Arbeiter vermisst.

«Eine Jahrhundertkatastrophe» in Myanmar

«Die Zahl der Todesopfer steigt täglich, viele Gebiete sind aufgrund zerstörter Straßen und Brücken schwer erreichbar», berichtete die Welthungerhilfe aus Myanmar. Bereits vor dem Beben habe das frühere Birma zu den ärmsten Ländern der Welt mit 15,2 Millionen hungernden Menschen gezählt. In dem Vielvölkerstaat regiert eine brutale Junta. 

«Dies ist ein Jahrhundertbeben und eine Jahrhundertkatastrophe», warnte der Landesdirektor der Welthungerhilfe Henry Braun. Die Not sei enorm. «Unsere Teams sehen massive Zerstörung. Menschen graben mit bloßen Händen bei 40 Grad nach Verschütteten.» Es fehlten Leichensäcke, und die Chance, noch Lebende zu bergen, sei fast gleich null. Gleichzeitig gelte es, die Überlebenden so schnell wie möglich mit dem Nötigsten zu versorgen.

Hoffnung mache die zuletzt angekündigte Waffenruhe zwischen Widerstandsgruppen und der Militärregierung: «Das könnte den Zugang zu Notleidenden erleichtern und Leben retten.» Jedoch hat die Militärjunta, die sich 2021 an die Macht geputscht hatte, Berichten und Augenzeugen zufolge auch nach der Ankündigung noch Luftangriffe geflogen. Die Generäle, die das Land mit Härte regieren, sind seit Jahren im Krieg mit der eigenen Bevölkerung.


Bildnachweis: © -/kyodo/dpa
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