3. September 2025 / Aus aller Welt

Kurioses aus 70 Jahren Lotto: Premiere mit der 13

Seit rund 70 Jahren gibt es das Glücksspiel 6 aus 49 in der Bundesrepublik. Vor 60 Jahren kam die Ziehung der Lottozahlen ins Fernsehen. Die Lottogeschichte ist voller Kuriositäten und Zufälle.

Das Waisenmädchen Elvira Hahn zog die erste Kugel in der Geschichte des erfolgreichen Glücksspiels «6 aus 49» - es war ausgerechnet die 13. (Archivbild)
Veröffentlicht am 3. September 2025 um 09:00 Uhr

Aus Holz und Glas ist die Trommel, in der die Lottozahlen bei der ersten Ziehung im Oktober 1955 in Hamburg umher rollen. Die erste «Lottofee», das Waisenmädchen Elvira Hahn, greift eine Kugel: Es ist ausgerechnet die vermeintliche Unglückszahl 13. So startet vor etwa 70 Jahren Lotto mit dem Glücksspiel 6 aus 49 in der Bundesrepublik.

Etwa zehn Jahre später, am 4. September 1965, überträgt die ARD dann erstmals eine Ziehung live im Fernsehen. Die Sendung wird für fast ein halbes Jahrhundert zum festen Bestandteil des Samstagabendprogramms. 

Im Juli 2013 wandert die Ziehung ins Internet – es tippen trotzdem noch viele Menschen. Über eine halbe Milliarde Lottoscheine wurden laut Deutschem Lotto- und Totoblock allein im vergangenen Jahr ausgefüllt.

Es folgen Fakten und Kuriositäten aus der Lottogeschichte. Alle Angaben wie immer – na ja, Sie wissen schon:

Lotto spielte man schon vor etwa 500 Jahren

Das Zahlen-Lotto wird im 16. Jahrhundert in Genua erfunden. Seinen Ursprung hat das Spiel in einer politischen Wahl: Aus den Namen von 90 Bürgern wurden fünf gezogen, die den bestehenden Großen Rat der norditalienischen Stadt ergänzen sollten. Die Bewohner schlossen darauf Wetten ab, und die Auslosung «5 aus 90» war geboren. Vom 18. Jahrhundert an breitet sich die Lotterie im übrigen Europa aus.

Seit dem 9. Oktober 1955 gibt es in der Bundesrepublik das Spiel «6 aus 49», erfunden von einem Westfalen und einem Rheinländer: Lothar Lammers und Peter Weiand. Verglichen mit der «5 aus 90»-Variante sind hier deutlich weniger Kombinationen möglich.

Welche Zahl am häufigsten aus der Trommel purzelt

Nach ihrer Premiere bei der allerersten Ziehung 1955 hat es die Zahl 13 in den folgenden Jahrzehnten nicht leicht. In der ewigen Statistik belegt sie Ende August mit 544 Ziehungen sogar den letzten Platz. Ist am Mythos der Unglückszahl etwa doch was dran?

«Das kann doch kein Zufall sein», denkt auch, wer zur Spitze der Langzeitstatistik gezogener Lottozahlen schaut. Denn die am meisten gezogenen «6 aus 49»-Zahlen sind: 6 (665 Mal) und 49 (650 Mal). Doch, wirklich.

Kuriose Ziehungen – mit vergleichsweise kleinen Gewinnen

Am 10. April 1999 dürften wohl einige Zuschauer der Liveübertragung große Augen gemacht haben. Damals purzeln die Zahlen 2, 3, 4, 5, 6 aus der Trommel. Nur die 26 und die Zusatzzahl 16 durchbrechen den Spuk.

Doch die fünf korrekt aufeinanderfolgenden Zahlen haben seinerzeit außergewöhnlich viele Spieler auf ihrem Zettel. So müssen sich 38.008 Tipper für ihre fünf Richtigen mit jeweils 379,90 Mark (knapp 194 Euro) zufriedengeben.

Deutlich weniger als erwartet erhalten auch die Tipper einer Ziehung vom Juni 1977. Dabei haben sie sogar sechs Richtige. Sie kreuzten die gleichen Zahlen an, die in der Woche zuvor beim niederländischen Lotto gewonnen hatten. Nur sind sie mit der Idee eben nicht allein: Von den 205 Gewinnscheinen erhält jeder rund 30.000 Mark.

Rekordgewinne in Millionenhöhe

Auf einen einzigen Lottoschein geht dagegen der größte Einzelgewinn in der Geschichte von Lotto «6 aus 49» zurück. Er wird an einem Mittwoch im Januar 2024 erzielt. Der Tipp bringt 48.580.715 Euro – und 30 Cent.

In Deutschland gibt es aber auch Gewinner mit deutlich höheren Beträgen. Ein Mann aus Berlin holt im November 2022 erstmals 120 Millionen Euro – der gedeckelte Höchstgewinn in der deutlich jüngeren Eurojackpot-Lotterie.

In den USA geht es sogar um Milliarden

Doch selbst diese Summe erscheint wie ein Kleckerbetrag im Vergleich zu den Rekorden aus den USA. Ebenfalls im November 2022 wird in Kalifornien der größte Jackpot in der US-Lottogeschichte mit 2,04 Milliarden Dollar (knapp 2,03 Milliarden Euro) geknackt.

Den kompletten Gewinn gibt es aber nur, wenn er in Jahresraten ausgezahlt wird. Lässt man sich den Betrag dagegen sofort überweisen, sind es rund 998 Millionen Dollar – immerhin.


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