Es ist ein sehr seltenes Schauspiel: Mit «Swan» und «Lemmon» lassen sich in den kommenden Nächten gleich zwei Kometen am Firmament erspähen - sofern keine Wolken das Schauspiel stören. «Swan» erreichte am Wochenende seine größte Helligkeit und kann von Sternguckern und Hobby-Astronomen verfolgt werden. Von erfahrenen Beobachtern sei er abends im Südwesten mit einem Fernglas zu sehen, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Bensheim, Uwe Pilz, der Deutschen Presse-Agentur. «Lemmon» sei besser sichtbar und entweder am frühen Abend oder morgens vor Sonnenaufgang zu sehen - zurzeit ebenfalls noch per Fernglas. In der Nacht von Sonntag auf Montag gibt es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge in Nord- und Ostdeutschland die besten Chancen auf das Schauspiel. Dies gelte für Schleswig-Holstein und die Region östlich der Elbe. Westlich davon dominierten dichte Wolkenfelder, sagte der Meteorologe Sebastian Schappert. In der folgenden Nacht - von Montag auf Dienstag - stehen die Chance auf einen freien Blick gen Himmel eher schlecht - ein Tiefausläufer überquert Deutschland. Am ehesten seien kurze Auflockerungen im Westen von Deutschland möglich, so Schappert. Zumindest der Mond dürfte kein Störfaktor sein. Der ist abnehmend, und kommende Woche ist Neumond. «Swan» - offizielle Bezeichnung «C/2025 R2» - werde sich unserem Heimplaneten auf gut 30 Millionen Kilometer nähern, sagte Richard Moissl von der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Pilz sagte: «Er wird im Oktober abends im Südwesten stehen und Anfang November im Süden.» «Swan» wurde erst im September bemerkt. «Der Komet erschien "plötzlich" am Himmel, weil er circa aus der Richtung der Sonne kam», erklärte Experte Pilz. «Da sieht man diese Körper nicht, und wenn man sie sieht, sind sie oft schon recht hell.» «Lemmon» - im Fachjargon «C/2025 A6» - ist ein regelmäßiger, aber seltener Besucher: «Der Komet war das letzte Mal hier vor circa 1.320 Jahren und wird uns in 1.410 Jahren wieder besuchen», sagte Pilz. Dass er wieder im Anflug ist, war Anfang des Jahres entdeckt worden. Am Morgenhimmel sei der Komet gut beobachtbar. «Er steht zum Ende der Nacht sehr hoch und ist mit dem Fernglas zu sehen.» Orientieren könne man sich bei der Suche derzeit an dem recht hellen Stern Cor Caroli. Der Komet bewege sich sehr schnell, er durchlaufe mehrere Sternbilder, darunter den Großen Bären - auch als Großer Wagen bekannt. Die größte Erdnähe werde mit knapp 90 Millionen Kilometern am kommenden Dienstag erreicht. «Weil sowohl Erd- als auch Sonnennähe gering sind, ist er ein auffallender Komet und wird von einem dunklen Standort aus mit dem bloßen Auge zu sehen sein», so Pilz. Der beste Zeitraum sei der 28. bis 31. Oktober, dann sei er am hellsten zu sehen. Kometen sind mehrere Milliarden Jahre alt und stammen aus der Anfangszeit unseres Sonnensystems. Sie bestehen aus einer Mischung von Eis, Staub und Gestein. Nähert sich ein Komet der Sonne, beginnt sein meist nur wenige Kilometer großer Kern zu verdampfen und bildet eine dichte Staub- und Gaswolke. Später entsteht der Kometenschweif. Dieser kann mehrere Millionen Kilometer lang werden.Bessere Chancen auf klaren Himmel im Osten und Südosten
«Swan» nähert sich auf gut 30 Millionen Kilometer
«Lemmon» kommt erst in 1.410 Jahren wieder
Himmelskörper aus Eis, Staub und Gestein
Bildnachweis: © Brennan Gilmore/Brennan Gilmore/AP/dpa
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Kometen «Swan» und «Lemmon» am Nachthimmel
Gleich zwei Kometen fliegen in Sichtweite an der Erde vorbei. Wer sie erspähen will, braucht etwas Glück - oder sollte sich in der richtigen Region aufhalten.
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