13. April 2025 / Aus aller Welt

Kleinflugzeug stürzt auf Gelände von Stahlkonzern: zwei Tote

Zwei Männer sterben, als ihr Flugzeug auf das Gelände der Salzgitter AG in Niedersachsen stürzt. Die Polizei geht von einem Unglück aus. Das brennende Wrack ist für die Feuerwehr schwer zu finden.

Ein Kleinflugzeug startet auf dem Flugplatz Salzgitter-Drütte, stürzt dann aber auf dem Werksgelände der Salzgitter AG ab.
Veröffentlicht am 13. April 2025 um 15:58 Uhr

Tragisches Ende eines kurzen Fluges: Auf dem Werksgelände des Stahlherstellers Salzgitter ist ein Kleinflugzeug abgestürzt, zwei Männer sind ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei den Toten um den 55 Jahre alten Piloten und den 56 Jahre alten Copiloten der Maschine, beide stammen aus Salzgitter. Weitere Menschen wurden bei dem Absturz nicht verletzt.

Polizei geht von Unglücksfall aus

Die Maschine war am Flugplatz im niedersächsischen Salzgitter-Drütte gestartet - kaum mehr als einen Kilometer vom Unglücksort entfernt, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Nach kurzem Flug stürzte die Maschine auf dem Werksgelände ab, in einen schmalen Gang zwischen zwei Hallen. Die genaue Ursache des Absturzes stand zunächst nicht fest. Ein Polizeisprecher betonte, man gehe von einem Unglücksfall aus. 

Besonders auffallend: Die Gasse zwischen den Werkshallen sei sehr schmal, dabei aber rund 150 Meter lang - und genau dort stürzte das Kleinflugzeug ab, wie Arno Sicks, der Einsatzleiter der Feuerwehr, sagte. Es gebe nur leichte Einschlagspuren an den Wänden und am Dach der Halle. Bei dem Absturz geriet die Maschine in Brand, dichter Rauch stieg auf. Schließlich waren nur noch Teile der Tragflächen zu erkennen: Übrig blieb bloß ein «verkohltes Stahlgerippe», wie er sagte. 

Produktion nicht beeinträchtigt

Auf dem Werksgelände der Salzgitter AG entstanden nur geringe Schäden, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Die Produktion sei nicht beeinträchtigt, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Salzgitter AG gehört zu Deutschlands größten Stahlherstellern. Das Land Niedersachsen ist mit 26,5 Prozent an dem Unternehmen beteiligt und damit dessen größter Aktionär. Kürzlich hatte der Stahlkonzern eine Übernahme durch die Bieter GP Günter Papenburg und TSR Recycling abgeblasen. Auch die IG Metall hatte sich deutlich gegen die Pläne ausgesprochen und sich mit Protestaktionen zur Wehr gesetzt.

Feuerwehr bekam wegen des Rauchs zahlreiche Anrufe

Die Feuerwehr war zwischenzeitlich mit rund 90 Einsatzkräften am Ort des Absturzes - sicherheitshalber. Schließlich sei nicht bekannt gewesen, um was für eine Maschine es sich handelte, erklärte Sicks. Viele Menschen hätten wegen des starken Rauchs bei der Feuerwehr angerufen, im Einsatz waren schließlich neben der Werksfeuerwehr auch die Berufsfeuerwehr Salzgitter, der Rettungsdienst und Notfallseelsorger. 

Um kurz nach halb zehn am Morgen sei die Feuerwehr zuerst alarmiert worden, in die Richtung des Rauches gefahren und habe sich mit der Werksfeuerwehr kurzgeschlossen, sagte der Einsatzleiter. Etwas schwierig sei es auf dem riesigen Werksgelände gewesen, das abgestürzte Flugzeug zu finden - trotz der Rauchentwicklung.

Ursache: unklar

Nach dem Löschen habe der Notarzt den Tod der beiden Männer in dem Flugzeug festgestellt, sagte Sicks. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig ermittelt derweil zu der Ursache des Flugzeugabsturzes. Ein Sprecher erklärte zwar, zu einer möglichen Ursache noch nichts sagen zu können. Aber: Möglicherweise sollte es am Montag erste Details geben, wenn die Unfallermittler zurückkehren.


Bildnachweis: © Michael Brandt/dpa
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