4. Juli 2025 / Aus aller Welt

Grapschende Frau? Stadt verteidigt Jugendschutz-Kampagne

Die Stadt Büren will Kinder mit einer Sensibilisierungs-Kampagne vor Übergriffen in Bädern schützen. Ein Plakatmotiv eckt im Netz bei vielen an. Die Stadt verteidigt ihr Anliegen mit klaren Worten.

Sicherheit im Freibad für alle - das ist das Ziel.
Veröffentlicht am 4. Juli 2025 um 06:33 Uhr

Die Stadt Büren verteidigt ein Jugendschutz-Projekt gegen Übergriffe in Schwimmbädern. «Mit voller Überzeugung» stelle man sich hinter das Anliegen, Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt zu schützen, betont die Stadtverwaltung der ostwestfälischen Stadt. Öffentliche Kritik an einzelnen Gestaltungselementen der Kampagne nehme man gleichwohl zum Anlass für eine selbstkritische Reflexion.

In Sozialen Medien hatte jüngst ein Plakatmotiv für kritische Diskussionen und Unmut bei manchen gesorgt. Es zeigt eine rothaarige, weiße Frau, die einen Jungen mit schwarzer Hautfarbe und Behinderung an den Po fasst. «Stopp! Grapschen verboten» steht als Botschaft daneben. Mehrere Medien hatten berichtet. Die Kampagne «Sommer - Sonne - Sicherheit» war bereits zum Start in die Freibadsaison vor Ende Mai gestartet worden.

Bei der Gestaltung der Plakate mit mehreren unterschiedlichen Motiven sei der Versuch unternommen worden, «Vielfalt sichtbar zu machen und gezielt Stereotypen zu vermeiden», erklärte die Stadt Büren. «Es war niemals unsere Intention, Menschen zu diskriminieren oder Schuld umzudeuten. Sollte dieser Eindruck entstanden sein, möchten wir um Entschuldigung bitten», stellte Bürgermeister Burkhard Schwuchow (CDU) klar.

Zuletzt hatten mutmaßliche sexuelle Übergriffe gegen Mädchen und Jungen in einem Schwimmbad im hessischen Gelnhausen auch eine politische Debatte ausgelöst. Ermittlungen gegen vier Tatverdächtige wurden eingeleitet. Bundesweit registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) in Hallen- und Freibädern sowie an Badestellen im vergangenen Jahr 423 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Die Aufklärungsquote lag demnach bei rund 81 Prozent. Von den 367 ermittelten Tatverdächtigen seien 365 männlich gewesen, hieß es. Die Zahl der deutschen Tatverdächtigen betrug laut BKA 130, die der Nicht-deutschen Tatverdächtigen 237. Das entspricht einem Anteil von rund 65 Prozent.

Ein Codewort für bedrohliche Situationen

Statt der Plakate soll nach Angaben der Stadt Büren die Etablierung eines niedrigschwelligen Schutzmechanismus im Mittelpunkt des Projekts stehen: Mit dem entwickelten Codewort «Tiki» soll Kindern und Jugendlichen geholfen werden, sich in Situationen, in denen sie sich unwohl oder bedroht fühlen, mitteilen zu können - und zwar auch dann, wenn sie die Situation nicht vollständig einordnen oder benennen können.

Das Projekt war gemeinsam mit Jugendvertretern, aber auch spezialisierten Beratungsstellen ins Leben gerufen worden, um frühzeitig ein klares Zeichen für den Kinderschutz zu setzen - unabhängig von einem konkreten Vorfall.


Bildnachweis: © Julian Stratenschulte/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

B 10 Richtung Stuttgart ab 15. August voll gesperrt – Umleitungen über Zuffenhausen
Mobilität & Verkehr

Vom 15. bis 31. August wird die B 10 Richtung Stuttgart voll gesperrt. Autofahrer müssen sich auf Umleitungen und Behinderungen einstellen.

weiterlesen...
Auto rast durch Fußgängerzone - Minister spricht von Unfall
Aus aller Welt

Umgestürzte Stühle, Kinderspielzeug auf der Straße: Eine Spur der Verwüstung hat ein Autofahrer im nordhessischen Hofgeismar hinterlassen. Es gibt mehrere Verletzte. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Bildung statt Ausreden: Warum Lesen, Rechnen und Verstehen endlich Priorität haben müssen
Stuttgart und der Rest der Republik (Kolumne)

Mit 18 sollen junge Menschen selbst entscheiden. Doch wer Texte, Zahlen und Zusammenhänge nicht versteht, kann diese Verantwortung kaum tragen.

weiterlesen...
Mit Teddy und Co. auf Kapellentour: Familien entdecken die Grabkapelle auf dem Württemberg
Familie & Freizeit

Am 13. September geht es für Familien mit Kindern ab drei Jahren gemeinsam mit Teddy und Uhu Huhbert auf spielerische Kapellentour.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Kinder bei Unwetter in Freiburg verletzt
Aus aller Welt

Umgestürzte Bäume, blockierte Straßen, Stromausfall: Ein Unwetter sorgte für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr in der Stadt in Baden-Württemberg. Betroffen war auch Bayern.

weiterlesen...
Boot mit Journalisten am Vulkan Anak Krakatau vermisst
Aus aller Welt

Fünf Journalisten wollten über den Ausbruch des Anak Krakatau berichten. Dann verschwand ihr Boot spurlos. Die Suche wird durch hohe Wellen und Vulkanasche erschwert.

weiterlesen...