23. November 2024 / Aus aller Welt

Forscher bieten erstmals kostenlose Drogentests in Disko an

Gestreckt oder überdosiert? Besucher einer Schweriner Diskothek können ihre Drogen auf Reinheit testen lassen. Die einzigartige Gesetzeslage in Mecklenburg-Vorpommern macht es möglich.

Suchtmediziner Gernot Rücker und Techno-DJ «Dr. Motte» waren beim bundesweit ersten Drug-Checking dabei.
Veröffentlicht am 23. November 2024 um 04:54 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein bundesweit einmaliger Modellversuch angelaufen, bei dem Partygäste einer Diskothek ihre Drogen auf Reinheit testen lassen können. Ziel der chemischen Rauschgiftanalyse im Schweriner Club Zenit ist es, über gesundheitliche Gefahren aufzuklären und Konsumenten zu schützen. Das sogenannte Drug-Checking in der Nacht zu Samstag war nicht vorab angekündigt worden, Besucherinnen und Besucher der Diskothek zeigten sich dennoch interessiert.

Das Modellprojekt wurde von einem Forschungsteam der Universität Rostock begleitet. Den rechtlichen Rahmen bietet die seit Juni geltende «Drug-Checking»-Verordnung in Mecklenburg-Vorpommern, die es so in keinem anderen Bundesland gibt. Unterstützt wird die Substanzanalyse vom Gesundheitsministerium Mecklenburg-Vorpommern und dem Caritasverband. Einen ersten Testlauf der Uni hatte es bereits beim diesjährigen Fusion-Festival in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) gegeben.

Getestete Drogen gibt es nicht zurück

Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) betonte bei der Vorstellung des Vorhabens im Juni, dass der Drogentest immer mit einer Risikobewertung und gesundheitlicher Aufklärung über die Folgen des Konsums verbunden sein müsse. Teilnehmer der Studie erhalten nach wenigen Minuten ihr Ergebnis und werden in einem Gespräch über die Wirkung und Analyse des Rauschgifts informiert.

Überdosierte oder gestreckte Substanzen könnten beim «Drug Checking» erkannt und vermieden werden, erklärte der am Modellversuch in Schwerin beteiligte Suchtmediziner Gernot Rücker. Auch der Berliner Techno-DJ «Dr. Motte», Hauptakt der Disko-Nacht, äußerte sich positiv über das Projekt. Es gehe darum, dass jeder wisse, was er konsumiert. Er wünsche sich mehr solcher Angebote.

Auch wenn die Drogen-Checks kostenlos sind - ein gewisser Einsatz ist gefragt: Nach Abschluss der chemischen Analyse werden die getesteten Substanzen nicht etwa zurückgegeben, sondern zerstört.


Bildnachweis: © Daniel Bockwoldt/dpa
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