5. September 2024 / Aus aller Welt

Fischsterben am Golf von Izmir - Minister sieht Katastrophe

Gestank und tote Fische - das Meer vor der türkischen Küstenstadt Izmir ist stark verschmutzt. Der zuständige Minister kommt nun zu einer drastischen Einschätzung.

«An einigen Stellen der Bucht gibt es im Moment kein Leben mehr, unsere Fische sind durch Sauerstoffmangel gestorben.» (Archivbild)
Veröffentlicht am 5. September 2024 um 16:22 Uhr

In der Meeresbucht der türkischen Millionenstadt Izmir spielt sich nach Einschätzung des zuständigen Ministers eine Umweltkatastrophe ab. «An einigen Stellen der Bucht gibt es im Moment kein Leben mehr, unsere Fische sind durch Sauerstoffmangel gestorben», sagte Umweltminister Murat Kurum in Izmir. «Was in der Bucht von Izmir passiert, ist eine Umweltkatastrophe. Das Ökosystem ist zum Stillstand gekommen.»

Seit Ende August ist die Bevölkerung alarmiert, weil immer wieder tote Fische angeschwemmt werden und sich Gestank über der Bucht ausbreitet. Kurum sagte, man habe daraufhin Proben entnommen und erschreckende Werte festgestellt. So sei etwa der Ammoniak-Gehalt 50 Mal höher als er sein sollte. Das bedeute, dass Haushalts- und Industrieabfälle ungefiltert ins Meer geleitet würden.

Kritischer Sauerstoffgehalt

Beim Sauerstoffgehalt ergebe sich ein ähnliches Bild. Normalerweise liege dieser in der Bucht von Izmir bei sechs Milligramm pro Liter, man habe aber nur 1,8 Milligramm pro Liter gemessen. Der für Fische kritische Grenzwert liege bei vier Milligramm pro Liter. «Das bedeutet, im Meer ist kein Sauerstoff mehr enthalten.» Man werde die Ursache noch genauer untersuchen.

Neben der Verschmutzung spielte auch die Erwärmung des Meeres eine Rolle, sagte Esin Suzer, Expertin für Meereswissenschaft an der Universität des 9. September in Izmir, der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die massenhafte Ausbreitung von Algen produziere toxische Stoffe und verursache damit eine Verminderung des Sauerstoffgehalts. Verschlimmert werde die Situation durch die Erwärmung des Meeres. «Hohe Temperaturen fördern die Vermehrung von Organismen. Die Wassertemperatur liegt bei 28-29 Grad, und da es keine Wasserzirkulation gibt, erwärmt sich das stehende Wasser immer weiter», so Suzer. 

Die Türkei war zuletzt von mehreren Hitzewellen heimgesucht worden. Nach Angaben des Meteorologischen Instituts war der Monat Juli etwa der heißeste Juli seit 53 Jahren. Izmir an der Ägäis ist mit rund 4,5 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt der Türkei, nahe der Küstenstadt liegen beliebte Urlaubsorte wie etwa Cesme. 


Bildnachweis: © Bodo Marks/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Faschingsumzug bringt Ausnahmezustand in Stuttgarts Innenstadt
Veranstaltungen

Umzug, Guggenmusik und Sperrungen: Am Faschingsdienstag wird es bunt – mit großen Verkehrsänderungen in der Innenstadt.

weiterlesen...
Rheinischer Ausnahmezustand im Mash: Stuttgart feiert Kölsche Karnevalsnacht
Veranstaltungen

Die Rheingeschmeckten verwandeln Stuttgart in Köln: volles Haus, Raketenstimmung und jecke Fusion aus Karneval & Fasnet bis zum Morgengrauen.

weiterlesen...
🎉 145 Jahre Breuninger: Fashion-Highlight mit VOGUE in Stuttgart
Veranstaltungen

Breuninger feiert 145 Jahre mit „VOGUE loves Breuninger“ – Fashion Shows, Talks & Live-Acts am 28. Februar in Stuttgart. ✨

weiterlesen...

Neueste Artikel

Streamerin Rose Mondy ist «Miss Germany»
Aus aller Welt

Neun Frauen standen im Finale zur Wahl der «Miss Germany». Am Ende setzt sich eine Kandidatin durch, die eine Männerdomäne erobert hat

weiterlesen...
Erdrutsch begräbt über 100 Arbeiter in Coltan-Mine im Kongo
Aus aller Welt

Coltan aus dem Kongo steckt in Handys und Laptops weltweit. Doch der Preis für den Rohstoff ist hoch: Wieder tötet eine Schlammlawine viele Menschen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Streamerin Rose Mondy ist «Miss Germany»
Aus aller Welt

Neun Frauen standen im Finale zur Wahl der «Miss Germany». Am Ende setzt sich eine Kandidatin durch, die eine Männerdomäne erobert hat

weiterlesen...
Erdrutsch begräbt über 100 Arbeiter in Coltan-Mine im Kongo
Aus aller Welt

Coltan aus dem Kongo steckt in Handys und Laptops weltweit. Doch der Preis für den Rohstoff ist hoch: Wieder tötet eine Schlammlawine viele Menschen.

weiterlesen...