Menschen mit schweren Brandwunden wie beim verheerenden Feuer im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana benötigen eine besondere Behandlung. Als Erstes sollten brennende Menschen möglichst mit Decken gelöscht werden und nicht mit Wasser, sagte Paul Fuchs, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin, der Deutschen Presse-Agentur. Fuchs ist Chefarzt an den Kliniken der Stadt Köln. Kleine Brandwunden könne man in den ersten ein bis zwei Minuten mit Wasser kühlen, um Schmerzen zu lindern. Bei großflächigen Verbrennungen führe Wasser eher zur Unterkühlung. Bei aller Hilfe sei es zudem wichtig, den Eigenschutz zu beachten, betont Fuchs - und natürlich die Rettungskette in Gang zu setzen. Die Haut sei ein wichtiger Schutz vor Kälte und Infektionen. Die Versorgung der Patienten benötigt spezielle Raumbedingungen und Mediziner. Verletzte mit großen Brandwunden werden laut Fuchs in möglichst sterilen Räumen mit 30 Grad Raumtemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit behandelt. Allein einen großen Verband anzulegen, erfordere ein spezialisiertes Team aus Pflege und Medizin. In der Anfangsphase haben die Patienten laut Fuchs auch einen enormen Flüssigkeitsverlust und benötigen 10 bis 20 Liter Wasser in den ersten 24 Stunden. «Die große Herausforderung in der Behandlung ist die Therapie der Infektionen», sagte Fuchs. «Durch die großen Wunden gelangen Bakterien mitunter in die Blutbahn und führen dann zu lebensbedrohlichen Infektionen.» Auch werden die Patienten Fuchs zufolge wegen der Schwellung der Atemwege oder zur Schmerzbehandlung mitunter lange «künstlich» beatmet, was wiederum zu Lungenentzündungen führen könne. Um in möglichst schneller Zeit die Haut zu verschließen, gebe es zwei Möglichkeiten. Als erstes die sogenannte Spalthautverpflanzung: «Dabei werden Bruchteile von Millimeter gesunder Haut abgenommen und dann mit vielen ganz kleinen Schnitten eingeschlitzt», sagte Fuchs. «Die Haut wird dann auseinandergezogen, damit sich ihre Oberfläche vergrößert.» Sie sehe danach etwa wie ein Jägerzaun aus. Es werde daher eine Art Hautgitter auf die Wunde gelegt, das verwachse - allerdings unter Narbenbildung. Das könne Wochen und Monate dauern. «Wenn 80 Prozent verbrannt sind, kann man gezüchtete Haut aus dem Labor nutzen», erläuterte Fuchs. Dem Patienten wird eigene Haut abgenommen und im Labor wachsen gelassen. Das dauere 3 bis 3,5 Wochen und sei sehr teuer, daher werde das Verfahren nur bei ausgewählten Patienten eingesetzt. Eine Hauttransplantation von einem anderen Menschen sei nicht möglich, da die Haut abgestoßen werde. In Deutschland sei die Versorgung nach solch großen Unglücken leichter als in der Schweiz. «Wir sind ein großes Land mit vielen spezialisierten Kliniken», sagte Fuchs. «In Deutschland gibt es ein zentrales Melderegister, an das jedes Verbrennungszentrum meldet, wie viele freie Betten es hat.» Es sei bei der Feuerwehr in Hamburg angesiedelt und werde täglich aktualisiert. «Wenn wir mehr Verletzte als Kapazitäten haben, rufen wir in Hamburg an und die Experten schauen, wo das nächste freie Bett ist.» Patienten aus dem Ausland könnten auf anderen Wegen verteilt werden.Patienten haben enormen Flüssigkeitsverlust
Gezüchtete Haut aus dem Labor
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Was bei der Behandlung von Brandverletzten wichtig ist
Bei dem verheerenden Feuer während einer Silvesterparty im Nobel-Skiort Crans-Montana sind etwa 40 Menschen gestorben, rund 115 wurden schwer verletzt. Ein Experte sagt, was den Verletzten hilft.
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