21. November 2024 / Aus aller Welt

Expertin: Klimawandel verlängert Aktivität der Stechmücken

Stechmücken mögen es warm und feucht. Auch der Klimawandel kann Auswirkungen auf ihre Entwicklung haben. Derzeit sind Keller und Wohnungen bei der Gemeinen Hausmücke beliebt.

In der kalten Jahreszeit sucht sich die Gemeinde Hausmücke, die es gern feucht und warm mag, ein geschütztes Winterquartier in Wohnungen und Kellern. (Archivbild)
Veröffentlicht am 21. November 2024 um 08:46 Uhr

Der Klimawandel wird aus Sicht einer Forscherin die Aktivität von Stechmücken verlängern - damit wächst auch in Deutschland die Gefahr der Übertragung von Viren. «Je früher im Jahr und je länger es warm ist, desto länger ist die Gemeine Hausmücke draußen aktiv und sticht auch», sagte die Biologin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) im brandenburgischen Müncheberg. 

Die Entwicklung der Krankheitserreger in den Mücken sei ein temperaturabhängiger Prozess, der sich beschleunigen könnte. Auch die Zeitspanne der Übertragungen könnte sich verlängern. «Das ist nicht optimal für uns. Die Verbreitung etwa des West-Nil-Virus passiert dann schneller», sagte Werner, die Initiatorin des bundesweiten Mückenatlas ist. In diesem Jahr begann die Stechmückensaison ihr zufolge bereits im April und damit etwa drei bis vier Wochen früher als üblich, dauerte aber nicht länger als sonst. 

Stechmücken suchen ein Winterquartier in Wohnungen

Derzeit sind die Hausmücken oft in Kellern und Wohnungen zu finden, wie Werner sagte. «Sie mögen es feucht und warm.» Die Weibchen suchten sich angesichts kalter Außentemperaturen wärmere Winterquartiere und drängten in den Wohnbereich. «Da wollen sie auch mal stechen, aber vor allem frostfrei über den Winter kommen», sagte Werner. 

 Mücken-Funde zuhause und Hochsaison für Fachleute

«In einem feuchten Keller und bei angelehntem Fenster können sie tausende von Mücken im Keller haben», sagte Werner. «Wir haben auch gerade Hochsaison, weil die Leute die Mücken zuhause sehen und wissen wollen, was es damit auf sich hat.» Sie ruft weitere Menschen dazu auf, Mücken zu fangen und zur Analyse an die Fachleute des Mückenatlas zu schicken.

West-Nil-Virus kann auch durch Hausmücken übertragen werden

Im Jahr 2019 wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) die bundesweit ersten durch Mücken auf Menschen übertragene Infektionen des West-Nil-Fiebers bekannt und zwar im Osten Deutschlands. Seitdem seien sie weiter überwiegend in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen registriert worden. 2024 wurden zudem einzelne Fälle in anderen Bundesländern nachgewiesen.

Durch den Stich einer heimischen Mücke haben sich in Deutschland laut RKI dieses Jahr inzwischen mindestens 26 Menschen nachweislich mit dem West-Nil-Virus infiziert. Die große Mehrheit der Infektionen verläuft aber ohne schwere Krankheitssymptome. Auch trage längst nicht jede Mücke den Erreger in sich, da sie sich selbst erst an einem Vogel infizieren müsse, betonte Werner. Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln nach RKI-Angaben eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jeder 100. infizierte Mensch erkranke schwer.


Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Umbruch – Nachtschicht denkt Zukunft neu
Veranstaltungen

Zwischen Krise und Chance: Die Nachtschicht startet mit Maja Göpel und starken Stimmen in eine neue Reihe zum Thema Umbruch.

weiterlesen...
Silvester in Stuttgart
Stuttgart - Online

Noch keine Pläne für den Jahreswechsel? Kein Problem, Silvester in Stuttgart bietet jede Menge Möglichkeiten: Events, festliche Menüs, Kultu

weiterlesen...
Wie fahren Bus und Bahn an Silvester und Neujahr?
Aus den Stadtteilen

SSB Fahrpläne an Silvester und Neujahr jetzt über die Fahrplanauskunft abrufbar

weiterlesen...

Neueste Artikel

«Aktenzeichen XY...» sucht Hinweise auf Sparkassen-Coup
Aus aller Welt

Rote und gelbe Handschuhe, gestohlene Kennzeichen: Die Polizei sucht mit Hilfe des ZDF nach Hinweisen auf Täter des Einbruchs in den Tresorraum einer Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen.

weiterlesen...
Wieder Zugunglück in Spanien - Banges Warten auf Gewissheit
Aus aller Welt

Nach zwei tödlichen Bahnunglücken in kurzer Folge geht in Spanien die Angst vor dem Zugfahren um. Angehörige von Vermissten warten derweil verzweifelt auf die Identifizierung der Todesopfer.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

«Aktenzeichen XY...» sucht Hinweise auf Sparkassen-Coup
Aus aller Welt

Rote und gelbe Handschuhe, gestohlene Kennzeichen: Die Polizei sucht mit Hilfe des ZDF nach Hinweisen auf Täter des Einbruchs in den Tresorraum einer Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen.

weiterlesen...
Wieder Zugunglück in Spanien - Banges Warten auf Gewissheit
Aus aller Welt

Nach zwei tödlichen Bahnunglücken in kurzer Folge geht in Spanien die Angst vor dem Zugfahren um. Angehörige von Vermissten warten derweil verzweifelt auf die Identifizierung der Todesopfer.

weiterlesen...