27. Januar 2026 / Aus aller Welt

Europol: Kokain mit U-Boot und perfekt getarnt nach Europa

Große Mengen Kokain in Ladungen von Bananen und Kokosnüssen? Das ist Vergangenheit. Drogenbanden nutzen andere Wege und Mittel. Ermittler schlagen Alarm.

Kokain-Dealer suchen sich nach Angaben von Europol immer neue Schmuggelwege. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 27. Januar 2026 um 10:17 Uhr

Kokain wird einem Europol-Bericht zufolge auf neuen Wegen und mit fast perfekter Tarnung nach Europa geschleust. Die internationalen Drogenbanden seien auf neue Methoden umgestiegen, heißt es in dem Bericht der europäischen Polizeibehörde in Den Haag. Sie nutzten Hochtechnologie, Transfers auf hoher See, Halbtauchboote, Speedboote, Drohnen und ausgeklügelte Verstecke. 

Der Kokain-Handel nach Europa hat nach Angaben von Europol «beispiellose Ausmaße erreicht», angetrieben durch die hohe Produktion in Südamerika und zunehmende Nachfrage in der EU. Doch die Banden steuerten weniger häufig die großen Seehäfen wie Antwerpen oder Rotterdam an. 

Kokain fast perfekt getarnt

Die Europol-Experten weisen darauf hin, dass Kokain in Industrieanlagen, Maschinen oder sogar unter Wasser am Schiffsrumpf versteckt werde. Banden würden die Drogen auch mit Hilfe von Chemikalien in Lebensmittel, Kunststoffe oder Textilien «waschen». Eine fast perfekte Tarnung, so Europol: «Diese Methoden machen die Aufdeckung durch Scanner, Spürhunde und forensische Tests extrem schwierig.» 

Die internationalen Banden nutzten auch Technologie wie verschlüsselte Kommunikationssysteme, autonome Schiffe und Drohnen. So hofften sie, den Ermittlern zu entgehen. 

Route läuft nun über Westafrika

Die Experten von Europol weisen darauf hin, dass die Banden zunehmend auf hoher See die Ware auf ein Tochterschiff umladen würden, mit Kurs auf Westafrika. Von dort aus werde das Kokain dann direkt zum europäischen Festland transportiert oder zu den Kanarischen Inseln. Mit Hilfe von Speedbooten gelangten die Drogen dann an die andalusische Küste und dann in die gesamte EU. 

Europol-Chefin Catherine De Bolle unterstrich die Notwendigkeit der internationalen Zusammenarbeit. «Wir wissen, dass diese Gruppen ihre Methoden zunehmend diversifizieren und kleinere Schiffe, Transfers auf See und clevere Tarntechniken einsetzen, um einer Entdeckung zu entgehen.»


Bildnachweis: © Marcus Brandt/dpa
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