25. April 2025 / Aus aller Welt

Europas Atomuhren-Instrument an ISS angebracht

Stimmt Einsteins Annahme zu Schwerkraft und Zeit? Das wollen Wissenschaftler mit Hilfe von zwei Uhren herausfinden. Und schicken sie dafür ins Weltall.

Zwei Atomuhren im All sollen dabei helfen, mehr über das Verhältnis von Schwerkraft und Zeit zu lernen.
Veröffentlicht am 25. April 2025 um 17:50 Uhr

Mit zwei Atomuhren im All will Europa mehr über das Verhältnis von Schwerkraft und Zeit lernen. Nach einem mehrstündigen Manöver mit einem Roboterarm ist das der Erde zugewandte Instrument Aces nun am Columbus-Modul der Internationalen Raumstation ISS angebracht. Es soll das bislang akkurateste Zeitsignal aus dem Weltraum senden.

Zunächst stehen für Aces aber etwa ein halbes Jahr lang Kalibrierungsarbeiten an. Erste Ergebnisse soll die Wissenschaft in anderthalb Jahren bekommen.

Mit Aces Einsteins Annahmen überprüfen

Aces besteht laut der europäischen Raumfahrtbehörde Esa aus zwei Uhren: Pharao und SHM. Die Caesium-Atomuhr Pharao misst die Sekunden besonders präzise. Für ein kontinuierliches Signal wird allerdings eine zweite Uhr benötigt, die zwar nicht extrem akkurat sein muss, dafür aber stabil: die Wasserstoff-Maser-Uhr SHM (Space Hydrogen Maser).

Täglich sollen die Signale an mehrere Bodenstationen geschickt werden. Fachleute wollen dann schauen, wie sich die Zeit am Boden und an der ISS unterscheiden. Davon erhoffen sie sich Erkenntnisse zur Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein. Einstein nahm an, dass die Schwerkraft die Zeit im Grunde verlangsame. Laut Esa haben Experimente auf der Erde bereits gezeigt, dass Zeit in höheren Höhenlagen schneller vergeht.

Synchronisierung der Uhren auf der Welt

Aces soll aber nicht nur dabei helfen, Einsteins Annahmen zu überprüfen. Erstmals wolle man mit dem Vorhaben auch alle akkuraten Uhren auf der Welt vernetzen, sagte Simon Weinberg, der bei der Esa für Aces zuständig ist. «Wenn wir dies einmal zum Laufen bringen, werden wir in der Lage sein, den Standard für Sekunden weltweit zu teilen.»


Bildnachweis: © D. Ducros/Esa/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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