Der Verhandlungstermin im Strafprozess gegen eine Mutter, die ihre kleine Tochter fast deren ganzes Leben lang in einem Haus im Sauerland versteckt haben soll, ist kurzfristig aufgehoben worden. Das Landgericht Siegen teilte am Montagmorgen mit, die am Vormittag geplante zweite Verhandlung finde wegen der Wetterlage nicht statt. Der Prozess werde an diesem Donnerstag fortgesetzt. Die Angeklagte soll ihr Kind sieben Jahre lang im Haus der Großeltern in Attendorn in NRW völlig abgeschottet haben. Als damals Achtjährige war das Mädchen 2022 von der Polizei aus dem Einfamilienhaus der Großeltern befreit worden. Die Großeltern mütterlicherseits sind wegen Beihilfe angeklagt. Der Großvater war zum Start des Prozesses am vergangenen Mittwoch überraschend nicht erschienen, die Verteidigung hatte gesundheitliche Gründe genannt. Die Verhandlung musste frühzeitig unterbrochen werden, die Anklageschrift wurde nicht vorgetragen. Ob der angeklagte 83-Jährige nun am Donnerstag kommt oder sein Verfahren womöglich abgetrennt wird, war zunächst ungewiss. Ebenso offen blieb die Frage, ob beim nächsten Termin der getrennt lebende Vater des Mädchens als Zeuge befragt werden kann. Laut Anklage wollte die Mutter ihr Kind ganz für sich allein haben, jeglichen Kontakt der Tochter zu ihrem Vater verhindern. Sie soll daher im Sommer 2015 einen Umzug mit dem Kind nach Italien vorgetäuscht haben und es stattdessen seitdem in dem Haus im Kreis Olpe festgehalten und vollkommen isoliert haben.
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Eingesperrtes Mädchen: Verhandlung wegen Wetterlage abgesagt
Im Strafprozess um ein mutmaßlich jahrelang in einem Haus im Sauerland verstecktes Mädchen ist die Verhandlung gegen Mutter und Großeltern kurzfristig abgesagt. Grund: die Wetterlage.
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