17. April 2025 / Aus aller Welt

Designerstühle aus Mensen geklaut - neue Masche im Norden?

Die Hochschulen ahnten nichts vom Wert der alten Mensastühle. Jetzt sind sie weg – in gleich drei Städten in Norddeutschland.

Niemand wusste von dem Sammlerwert der Stühle.
Veröffentlicht am 17. April 2025 um 13:20 Uhr

Unbekannte haben Designerstühle aus mehreren Mensen in Norddeutschland geklaut. Zuletzt verschwanden rund 80 Stühle auf dem Campus der Technischen Universität Braunschweig. «Wir hoffen, dass die Stühle bald wieder auftauchen», sagte Christiane Thoroe, Sprecherin des Studierdendenwerks OstNiedersachsen. Auch in Lübeck und Oldenburg wurden Designerstühle gestohlen.

Sammlerwert von mehreren hundert Euro 

In Braunschweig verschwanden seit Ende 2024 rund 80 grellgelbe Stühle, wie das Studierendenwerk weiter mitteilte. Dabei handele es sich um einen Klassiker aus den 1970er-Jahren, eine Variante des sogenannten «Rey-Stuhls». Auf dem Secondhand-Markt bringen die Möbel teils mehrere hundert Euro pro Stück ein. «Dass es sich dabei um begehrte Designobjekte handelt, war uns nicht bewusst», sagte Michael Gruner, Leiter der Hochschulgastronomie.

Das Studierendenwerk lagerte die verbliebenen Stühle aus der Braunschweiger Mensa vorsorglich ein und stellte Anzeige bei der Polizei. «Wir haben natürlich ermittelt», sagte ein Sprecher der Polizei. «Allerdings gibt es keinerlei Spuren.» Die Ermittler prüfen nun unter anderem auf Online-Portalen, ob dort entsprechende Stühle zum Verkauf angeboten werden. Inwiefern es einen Zusammenhang mit den Taten in Oldenburg und Lübeck gibt, sei unklar.

Diebstahl in Lübeck und Oldenburg - «Sie sind einfach weg»

Mitte Februar klauten unbekannte Täter 60 Stühle aus einer Mensa in Lübeck. Zunächst verschwanden nach Angaben der Polizei 20 Stühle, wenige Tage später weitere 40 Stühle. Die Ermittler gehen von einem Schaden im fünfstelligen Bereich aus und bitten um Hinweise.

Auch in Oldenburg fehlten im Juni vergangenen Jahres plötzlich 63 Designerstühle aus einer Cafeteria, wie eine Sprecherin des Studierendenwerks Oldenburg bestätigte. Ein Security-Mitarbeiter hatte noch beobachtet, wie mehrere Menschen Stühle in einen Transporter luden. Er sei von einem Uni-Projekt ausgegangen und habe sich nichts weiter dabei gedacht. Seitdem fehlt jede Spur von den Möbeln. «Wir wissen gar nichts. Sie sind einfach weg», sagte die Sprecherin. 

Das Studierendenwerk Oldenburg wollte die Stühle ohnehin Studierenden anbieten, weil die Möbel in die Jahre gekommen waren und ausgetauscht werden sollten. «Die Täter sind uns zuvorgekommen. Wir wollten sie sowieso loswerden», sagte die Sprecherin. Niemand habe geahnt, dass es sich um wertvolle Sammlerstücke handelt.


Bildnachweis: © Christian Brahmann/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Faschingsumzug bringt Ausnahmezustand in Stuttgarts Innenstadt
Veranstaltungen

Umzug, Guggenmusik und Sperrungen: Am Faschingsdienstag wird es bunt – mit großen Verkehrsänderungen in der Innenstadt.

weiterlesen...
Rheinischer Ausnahmezustand im Mash: Stuttgart feiert Kölsche Karnevalsnacht
Veranstaltungen

Die Rheingeschmeckten verwandeln Stuttgart in Köln: volles Haus, Raketenstimmung und jecke Fusion aus Karneval & Fasnet bis zum Morgengrauen.

weiterlesen...
🎉 145 Jahre Breuninger: Fashion-Highlight mit VOGUE in Stuttgart
Veranstaltungen

Breuninger feiert 145 Jahre mit „VOGUE loves Breuninger“ – Fashion Shows, Talks & Live-Acts am 28. Februar in Stuttgart. ✨

weiterlesen...

Neueste Artikel

Streamerin Rose Mondy ist «Miss Germany»
Aus aller Welt

Neun Frauen standen im Finale zur Wahl der «Miss Germany». Am Ende setzt sich eine Kandidatin durch, die eine Männerdomäne erobert hat

weiterlesen...
Erdrutsch begräbt über 100 Arbeiter in Coltan-Mine im Kongo
Aus aller Welt

Coltan aus dem Kongo steckt in Handys und Laptops weltweit. Doch der Preis für den Rohstoff ist hoch: Wieder tötet eine Schlammlawine viele Menschen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Streamerin Rose Mondy ist «Miss Germany»
Aus aller Welt

Neun Frauen standen im Finale zur Wahl der «Miss Germany». Am Ende setzt sich eine Kandidatin durch, die eine Männerdomäne erobert hat

weiterlesen...
Erdrutsch begräbt über 100 Arbeiter in Coltan-Mine im Kongo
Aus aller Welt

Coltan aus dem Kongo steckt in Handys und Laptops weltweit. Doch der Preis für den Rohstoff ist hoch: Wieder tötet eine Schlammlawine viele Menschen.

weiterlesen...