16. Dezember 2025 / Aus aller Welt

Datenanalyse: China baut Offshore-Windkraft stark aus

China betreibt mehr als die Hälfte aller Offshore-Windkraftanlagen weltweit. Was Satellitenbilder über das rasante Wachstum verraten.

Ein Offshore-Windpark (Illustration)
Veröffentlicht am 16. Dezember 2025 um 12:59 Uhr

China hat laut einer Satellitenbild-Auswertung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Ausbau von Offshore-Windenergie deutlich vorangetrieben. Das Land betreibe weltweit inzwischen mehr als die Hälfte aller Anlagen, so das DLR: «Mit diesem Ausbau übertrifft China Europa und Großbritannien deutlich.»

Im Frühjahr 2025 seien weltweit 15.100 Offshore-Windturbinen in Betrieb gewesen, teilte das DLR mit. Davon 51 Prozent in China, 26 Prozent in der EU und 19 Prozent in Großbritannien. Vier Jahre zuvor habe man noch 9.447 Offshore-Windturbinen weltweit gezählt - davon damals noch 39 Prozent in China.

Immer mehr neue Windturbinen - die meisten davon in China 

«Vor allem das Jahr 2021 markierte einen Wendepunkt: Von den über 3.400 neu errichteten Windturbinen weltweit – so viele wie noch nie zuvor in einem einzigen Jahr – entfielen 77 Prozent auf China, 10 Prozent auf Großbritannien und 5 Prozent auf die EU», erklärte DLR-Experte Thorsten Höser. Er hat die Daten analysiert, die europäische Erdbeobachtungssatelliten über Jahre gesammelt haben.

Die «Sentinel-1»-Radarsatelliten liefern laut DLR kontinuierlich Daten der Land- und Meeresoberfläche, unabhängig von Wetter und Tageslicht. Mit Künstlicher Intelligenz erkennen die Forscher Infrastruktur und lokalisieren Turbinen weltweit. 

«Ein zentraler Baustein für Chinas Offshore-Windausbau sind Hafeninfrastrukturen entlang der chinesischen Küste», so die Analyse des DLR: «Dort werden zum Beispiel Turbinenbauteile, Masten und Rotorblätter gelagert, was in den Satellitendaten deutlich zu sehen ist. Diese Häfen fungieren als Umschlag- und Vorbereitungsstandorte, von denen aus Transport und Montage direkt im Offshore-Bereich erfolgen.»


Bildnachweis: © Sina Schuldt/dpa
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