17. Februar 2025 / Aus aller Welt

Braunbär greift in der Slowakei Familie mit Kindern an

Ein Elternpaar wandert mit seinen zwei Kindern durch einen Wald in der Slowakei. Da greift ein Braunbär an, den die Familie offenbar überraschte.

Ein Braunbär in einem slowakischen Gebirgstal. In der Slowakei gibt es mehr als tausend frei lebende Braunbären. (Archivbild)
Veröffentlicht am 17. Februar 2025 um 17:19 Uhr

Ein Braunbär hat in der slowakischen Region Liptau eine Familie mit zwei Kindern angegriffen. Wie die Nachrichtenagentur TASR berichtete, hatten sich die Eltern und Kinder auf einem Waldwanderweg auf dem Gemeindegebiet von Partizanska Lupca befunden, als sie einen rund 80 Kilogramm schweren Bären aufschreckten. Dieser ging nach Behördenangaben zunächst direkt auf die Kinder los, ließ aber von ihnen ab, als Vater und Mutter sie mit ihren eigenen Körpern schützten. So erlitt zwar die Frau leichte Verletzungen, die Kinder blieben aber beide unverletzt.

Der örtliche Bürgermeister Ladislav Balazec teilte auf Facebook mit, es sei ein «kleines Wunder», dass nicht mehr passiert sei. Er habe am Tag danach gemeinsam mit dem Braunbären-Einsatzteam des staatlichen Naturschutzes den Schauplatz des Zwischenfalls begutachtet und dabei eine Bärenhöhle nur wenige Meter entfernt entdeckt. Die Umgebung werde nun mit einer sogenannten Fotofalle und regelmäßigen Kontrollgängen beobachtet. Die Bevölkerung rief der Bürgermeister auf, die Gefahrenstelle zu meiden.

Bärenwarnungen und gezielte Abschüsse

Nach offizieller Zählung gibt es in der Slowakei rund 1.200 freilebende Bären. Sie gehen normalerweise Menschen aus dem Weg, wenn sie sie rechtzeitig bemerken. Bei überraschendem Zusammentreffen oder wenn Muttertiere ihre Jungen gefährdet sehen, kann es jedoch zu Angriffen kommen.

Grundsätzlich sind Bären in der Slowakei ganzjährig geschützt und dürfen nur in Ausnahmefällen abgeschossen werden, wenn von ihnen Gefahr für Menschen droht. Auf Druck von Jägern und Lokalpolitikern hat die Regierung in Bratislava im vergangenen Jahr jedoch entschieden, bis zu hundert sogenannte «Problembären» zum Abschuss freizugeben. Diese Entscheidung ist aber politisch höchst umstritten.


Bildnachweis: © Milan Kapusta/tasr/dpa
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