2. August 2024 / Aus aller Welt

Brände, Überflutungen, Verwüstungen: Schäden durch Gewitter

Wieder ziehen Gewitter und Regen über Deutschland. Feuerwehren müssen helfen, retten, löschen. Eine erste Bilanz.

Ein zerstörtes Auto liegt unter einem Dach im Trendelburger Stadtteil Gottsbüren.

Gewitter und starke Regenfälle haben in weiten Teilen Deutschlands Straßen überflutet und teils schwere Schäden angerichtet. So mussten etwa in Franken in Bayern Feuerwehren und Rettungskräfte zu Hunderten Einsätzen ausrücken. 

In Nürnberg und Fürth versanken mehrere Autos in überfluteten Unterführungen, im Kreis Nürnberger Land fiel vorübergehend der Strom aus, Straßen und Keller wurden überschwemmt.

Einen finanziell besonders großen Schaden richtete ein Gewitter in Untermerzbach nördlich von Nürnberg an: Dort ging eine Lagerhalle mit rund 60 bis 70 Fahrzeugen in Flammen auf. Nach erster Einschätzung der Feuerwehr war ein Blitzschlag die wahrscheinliche Brandursache. 

Ähnlich äußerte sich der Besitzer, wie eine dpa-Reporterin vor Ort berichtete. Der Eigentümer der 2.000 Quadratmeter großen Halle schätzte den Schaden laut Polizei auf etwa fünf Millionen Euro.

Unwetter auch in anderen Regionen

Im Norden Thüringens wurden in Nordhausen Straßen überschwemmt und Keller überflutet. Die Feuerwehr wurde nach Angaben der Stadt zu vielen Einsätzen gerufen, um Keller auszupumpen und Straßen wieder befahrbar zu machen. Im Ortsteil Petersdorf bedeckten Schlamm und Geröll eine Straße. Laut Deutschem Wetterdienstes (DWD) fielen in der Region in der Nacht zum Freitag mehr als hundert Liter Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb von weniger als zwölf Stunden.

Laut der Hochwassernachrichtenzentrale wurde an der Helme in Sundhausen die Meldestufe 3 überschritten. Die Stadt bereitet das Befüllen von Sandsäcken vor. Die Zorge in Nordhausen und die Bere in Ilfeld erreichten den Richtwert für den Meldebeginn. Allerdings werde nicht mit weiter steigenden Pegelständen gerechnet, hieß es.

Schlamm schob Autos übereinander

In Nordhessen traf ein Unwetter mit Starkregen in der Nacht zu Freitag die Region nördlich von Kassel. Hunderte Einsatzkräfte waren im Einsatz, etwa um Menschen mit Booten aus Häusern zu holen oder mit Baggern Schlamm von Straßen zu schieben. Brücken und Autos wurden durch Wasser- und Schlammmassen beschädigt.

Besonders stark traf es demnach die Orte Trendelburg, Hofgeismar, Bad Karlshafen, Reinhardshagen und Wesertal. In Trendelburg-Gottsbüren schob Schlamm nach Angaben der Polizei mehrere Autos zusammen und übereinander. Zwei Personen wurden mit einem Radlader gerettet, als ihre Fahrzeuge vom Wasser eingeschlossen waren.

Haus gerät bei Gewitter in Brand

In Ludwigshafen in der Pfalz geriet während eines Gewitters ein Zweifamilienhaus in Brand. Das Feuer sei im Dachstuhl ausgebrochen, teilte die Polizei mit. Ein Blitzeinschlag sei nicht ausgeschlossen, die genau Brandursache müsse noch geprüft werden. Die fünf Bewohner des Hauses blieben unverletzt und kamen bei Angehörigen unter. Die Höhe des Schadens wird auf bis zu 100.000 Euro geschätzt.

Im Hunsrück konnten Camper nach heftigen Regenfällen nicht mehr zum Zeltplatz des Technofestivals Nature One anreisen. «Die Flächen sind zu nass, die Zufahrten selbst mit Baggern und Schotter kurzfristig nicht ausreichend auszubessern», teilte der Veranstalter am Freitagvormittag mit. Nicht betroffen sei die Anreise zum eigentlichen Festival.

Zeltlager im Sauerland geräumt

In Nordrhein-Westfalen dagegen verursachten die Unwetter keine größeren Schäden. Aus polizeilicher Sicht habe es keine herausragenden Einsatzlagen gegeben, sagte eine Sprecherin der Landesleitstelle in Düsseldorf. Die meisten Einsätze wegen vollgelaufener Keller und über die Ufer getretener Bäche hatten die Feuerwehren in Ostwestfalen-Lippe zu bewältigen - vor allem im Kreis Höxter. Im Sauerland wurden zwei Zeltlager geräumt.

Am Freitagvormittag galten in drei Landkreisen im Norden Thüringens Unwetterwarnungen des DWD wegen möglichem mehrstündigem Starkregen. Am Nachmittag sollte sich das Wetter etwas beruhigen.


Bildnachweis: © Swen Pförtner/dpa
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