In China hat eine App die Charts erstürmt, mit der man sich täglich als noch lebendig melden soll. «Si le me» (zu Deutsch: Bist du tot?) stand in der Rangliste zahlungspflichtiger Apps für Apple-Produkte auf Platz eins in der Volksrepublik. Nutzer müssen sich darin durch Drücken eines Buttons auf dem Display täglich melden. Machen sie das über mehrere aufeinanderfolgende Tage nicht, schickt die App eine Nachricht an einen vom Nutzer eingerichteten Notfallkontakt. Was diese Apps von anderen Angeboten, die etwa auch in Deutschland von Senioren genutzt werden können, unterscheidet: Chinesischen Medien sagte einer der Gründer, dass die Zielgruppe junge Menschen in den Megacitys und Großstädten der Volksrepublik seien. Der Erfolg der App kommt zu einer Zeit, in der Chinas Gesellschaft immer älter wird und immer mehr Menschen, vor allem in Großstädten, alleine leben oder sogar ein Single-Leben bevorzugen. Die Macher selbst schreiben, dass die App ein «leichtes Werkzeug» für alleinlebende Menschen sei, um das Leben alleine sicherer zu machen. Die staatlich kontrollierte Zeitung «Global Times» sprach von einem breiten gesellschaftlichen Trend, alleine zu leben. Bis 2030 könnte demnach die Zahl der Ein-Personen-Haushalte in China auf bis zu 200 Millionen steigen, hieß es unter Berufung auf Studien der Immobilienbranche. In sozialen Netzwerken diskutierten Nutzer laut der Zeitung über den Sinn der App. Zugleich gab es auch Kritik am Namen, der teilweise als unpassend und kulturell negativ empfunden wurde. So wurde auch eine positivere Variante vorgeschlagen: «Lebst du noch?».Diskussion über Namen der App
Bildnachweis: © Johannes Neudecker/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
«Bist du tot?» - Kuriose App erstürmt Chinas Charts
Eine App meldet täglich per Knopfdruck, ob Nutzer noch leben - und wird in China zum Hit. Warum das Angebot dort besonders für jüngere Alleinlebende spannend ist.
Meistgelesene Artikel
- 16. Februar 2026
Faschingsumzug bringt Ausnahmezustand in Stuttgarts Innenstadt
Umzug, Guggenmusik und Sperrungen: Am Faschingsdienstag wird es bunt – mit großen Verkehrsänderungen in der Innenstadt.
Die Rheingeschmeckten verwandeln Stuttgart in Köln: volles Haus, Raketenstimmung und jecke Fusion aus Karneval & Fasnet bis zum Morgengrauen.
Karnevalskrise in Stuttgart: Prinzenpaar und Möbelwagen gehen getrennte Wege – und hinterlassen ein Trümmerfeld aus Glitzer und Diplomatie.
Neueste Artikel
Die Ausstellung „Höhenrausch & Lampenfieber“ beleuchtet die Geschichte von SWR Fernsehturm Stuttgart und Liederhalle Stuttgart.
Zwei Entwürfe prägen künftig das A3-Areal in Stuttgart Rosenstein – mit viel Grün, Zukunftslabor und neuer Aufenthaltsqualität.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 6. März 2026
Lufthansa spürt hohe Nachfrage bei Direktflügen
Der Nahost-Konflikt behindert den internationalen Luftverkehr massiv. Weil wichtige Drehkreuze in der Golfregion ausfallen, steigt an anderen Stellen die Nachfrage.
Nacktbilder im Netz, heimliche Standortüberwachung: Digitale Gewalt trifft vor allem Frauen und bleibt für Täter oft folgenlos. Wie Betroffene sich schützen können – und was sich ändern soll.

