Seltene und zum Teil stark bedrohte Pilzarten sollen wieder im Nationalpark Bayerischer Wald angesiedelt werden. Dazu werden derzeit Bäume mit diesen Pilzen geimpft, wie die Uni Bayreuth und der Nationalpark mitteilten. Und das funktioniert so: Die im Labor gezüchteten Pilze werden mithilfe von Holzdübeln in vorgebohrte Löcher der Wirtsbäume gesetzt. 400 Fichten, Buchen und Tannen sollen so geimpft werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt das Projekt finanziell und spricht von echtem Neuland: Erstmals würden gezielte Artenschutzmaßnahmen für seltene Pilze in der Praxis erprobt, sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde laut Mitteilung. Trotz der wichtigen Funktion von Pilzen in Waldökosystemen gebe es dazu bisher fast keine Erfahrungen. «Ich bin sicher, dass wir in spätestens zwei Jahren erste Fruchtkörper entdecken werden», sagte Mykologe Peter Karasch vom Nationalpark Bayerischer Wald. Die Wichtigkeit des Projekts für den Artenschutz sei groß. «Von der Bedeutung her kann man das durchaus mit der Auswilderung der Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden vergleichen.» Zu den Pilzen, die im Nationalpark angesiedelt werden sollen, gehört etwa der Duftende Feuerschwamm, dessen Fruchtkörper nach Rosen riecht. Der Ästige Stachelbart hat einen besonders filigranen Fruchtkörper. Die geimpften Bäume werden in den kommenden Jahren regelmäßig überprüft, um zu sehen, wie schnell sich die Pilzarten ausbreiten können und welche Bedingungen vorherrschen.Rosenduft und filigrane Fruchtkörper
Bildnachweis: © Armin Weigel/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Bäume impfen, um seltene Pilze anzusiedeln
Bäume impfen? Und zwar mit Pilzen? Die Uni Bayreuth und der Nationalpark Bayerischer Wald stellen ein ungewöhnliches Projekt zum Artenschutz vor.
Meistgelesene Artikel
Regionale Destillate, echte Handwerkskunst und spannende Tastings: Tastingerlebnis macht Genuss zum Erlebnis mit schwäbischer Handschrift.
Regionale Destillate, echte Handwerkskunst und spannende Tastings: Tastingerlebnis macht Genuss zum Erlebnis mit schwäbischer Handschrift.
Die Spannung bei den Angehörigen der beiden Toten löst sich zu Beginn des Urteils. Die beiden Raser, die den fatalen Unfall in Ludwigsburg verursachten, müssen lange in Haft. Aber die Trauer bleibt.
Neueste Artikel
- 16. April 2026
KI-Ära: Wie unmenschlich sind Dating-Apps?
Tinder und Grindr haben das Dating revolutioniert. Doch die geradezu klischeehafte Präsenz in der Popkultur und vor allem nervige Werbung, Bots und KI werfen Fragen zur Zukunft der Plattformen auf.
- 16. April 2026
Warzenbeißer & Co - was man über Heuschrecken wissen sollte
Von wegen biblische Plage: Heuschrecken sind nicht nur faszinierend, sondern wichtige Indikatoren für die Natur. Manche sind in Gefahr, anderen hilft der Klimawandel. Wichtige Punkte im Überblick.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. April 2026
KI-Ära: Wie unmenschlich sind Dating-Apps?
Tinder und Grindr haben das Dating revolutioniert. Doch die geradezu klischeehafte Präsenz in der Popkultur und vor allem nervige Werbung, Bots und KI werfen Fragen zur Zukunft der Plattformen auf.
- 16. April 2026
Warzenbeißer & Co - was man über Heuschrecken wissen sollte
Von wegen biblische Plage: Heuschrecken sind nicht nur faszinierend, sondern wichtige Indikatoren für die Natur. Manche sind in Gefahr, anderen hilft der Klimawandel. Wichtige Punkte im Überblick.

