27. Juni 2025 / Aus aller Welt

Australiern droht die Todesstrafe wegen Schüssen auf Bali

Tödliche Schüsse sorgen auf Bali seit Wochen für Schlagzeilen. Drei Australier sollen wegen Mordes angeklagt werden - und könnten bei einem Schuldspruch selbst erschossen werden.

Die Angeklagten wurden in Sträflingsanzug und Sturmhaube der Presse vorgeführt.

Auf der indonesischen Insel Bali droht drei Australiern die Todesstrafe. Sie werden verdächtigt, vor wenigen Wochen einen Landsmann in einer Villa auf der beliebten Urlaubsinsel getötet zu haben. Das 32-jährige Opfer war Mitte Juni in der Nähe von Munggu Beach an der balinesischen Westküste erschossen worden. Die Verdächtigen könnten durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden, falls sie schuldig gesprochen würden, berichtete der Sender Sky News Australia.

Die Festgenommenen wurden den Medien jetzt bei einer Pressekonferenz im orangen Sträflingsanzug und in Handschellen präsentiert. Ihre Gesichter waren von Sturmhauben verhüllt.

Bei der Attacke war ein anderer Mann angeschossen und verprügelt worden, er überlebte den Angriff schwer verletzt. Nach fünftägiger internationaler Fahndung seien die drei Verdächtigen im Alter zwischen 23 und 27 Jahren in Jakarta, Singapur und Kambodscha festgenommen und zurück nach Indonesien gebracht worden, hieß es unter Berufung auf die Behörden. 

Anklage wegen vorsätzlichen Mordes

Sie werden nach Angaben der Zeitung «Sydney Morning Herald» des vorsätzlichen Mordes beschuldigt. «Der Fall hat Bali erschüttert, wo man zwar an Australier mit schlechtem Benehmen gewöhnt ist, aber nicht an Morde», schrieb das Blatt. Nach einem vierten möglichen Mittäter werde noch gefahndet, teilte die Polizei auf der Insel mit. Die australische Polizei unterstütze die Ermittlungen, hieß es.

Die Hintergründe sind noch unklar. Die Behörden ermitteln derzeit, ob es sich bei der Schießerei um einen Mordanschlag der Melbourner Unterwelt gehandelt hat.

Erst im Mai war bekanntgeworden, dass einem anderen Australier ebenfalls auf Bali wegen des Besitzes einer größeren Menge Kokain die Todesstrafe droht. Weltweite Schlagzeilen machte der Fall der australischen Drogenschmugglerbande «Bali Nine» (Bali Neun): Die beiden Anführer waren 2015 trotz internationaler Proteste von einem Erschießungskommando in Indonesien hingerichtet worden. Die drei nun festgenommenen Australier werden in Medien bereits als «Bali Three» bezeichnet.


Bildnachweis: © Firdia Lisnawati/AP/dpa
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