30. März 2026 / Aus aller Welt

Als Lehrerin ausgegeben: Hochstaplerin erhält Haftstrafe

Sie unterrichtete jahrelang Mathe, Physik und Chemie an Privatschulen in mehreren Bundesländern. Dafür fälschte eine 41-Jährige Hochschulzeugnisse. Nun soll sie mehrere Jahre hinter Gitter kommen.

Eine Frau hat sich jahrelang als Lehrerin in Heidelberg und Homburg ausgegeben. Jetzt wurde sie in Heidelberg verurteilt. (Archivbild)
Veröffentlicht am 30. März 2026 um 13:54 Uhr

Eine Frau, die jahrelang in mehreren Bundesländern ohne die entsprechende Qualifikation als Lehrerin gearbeitet hat, ist zu vier Jahren und sechs Monate Haft verurteilt worden. Das Landgericht Heidelberg sprach die geständige 41-Jährige unter anderem des Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig. Knapp 124.000 Euro an Schaden seien einzuziehen, sagte der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In die Haftstrafe wurde laut Gericht auch eine Bewährungsstrafe für eine frühere Straftat eingerechnet. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten jeweils mehrjährige Gesamtfreiheitsstrafen gefordert, wie eine Gerichtssprecherin zuvor mitgeteilt hatte.

Frau fälschte Hochschulzeugnisse und Führungszeugnis

Die Frau soll laut Gericht an Privatschulen in Heidelberg und im saarländischen Homburg Mathematik, Physik und Chemie unterrichtet haben. Demnach hatte sie die dafür notwendigen Hochschulzeugnisse gefälscht sowie ein Führungszeugnis ohne Einträge erstellt. 

Allein in Heidelberg soll sie laut Gericht von 2021 bis 2024 einen Bruttolohn in Höhe von fast 200.000 Euro erschlichen haben. In Homburg waren es demzufolge von Januar bis April 2025 wiederum rund 11.000 Euro Gehalt. Wegen ähnlicher Taten war die Frau in Rheinland-Pfalz verurteilt worden.

Zudem soll sie bei einer Bank ein Darlehen in Höhe von 25.000 Euro beantragt haben - mit gefälschten Gehaltsnachweisen. Ihr Anwalt hatte am vergangenen Montag beim Prozessauftakt im Namen seiner Mandantin alle Vorwürfe eingeräumt. Die 41-Jährige sagte damals: «Ich empfinde extreme Scham.» Bei der Urteilsverkündung wirkte die Frau erschüttert.


Bildnachweis: © Stefanie Järkel-Bahat/dpa
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