19. November 2025 / Aus aller Welt

63 Tote: Prozess zu Disco-Brand in Nordmazedonien beginnt

In einem nordmazedonischen Tanzlokal soll der Einsatz einer Funkenmaschine Stimmung machen. Die Decke fängt daraufhin Feuer - 63 Menschen sterben. War Korruption dafür mitverantwortlich?

In Skopje beginnt ein Prozess gegen Dutzende mutmaßlich Verantwortliche für den verheerenden Brand in einem Nachtclub, infolgedessen 63 Menschen ums Leben kamen.
Veröffentlicht am 19. November 2025 um 13:02 Uhr

Nach dem verheerenden Brand in einem Nachtclub im nordmazedonischen Kocani mit 63 Toten beginnt in der Hauptstadt Skopje der Prozess. Dabei soll geklärt werden, inwieweit Behörden und Nachtclub-Personal für die Katastrophe vom März dieses Jahres verantwortlich waren. 35 Personen sowie drei Unternehmen sind angeklagt. Mit der Anklage haben sich 15 Staatsanwälte befasst. 

Die Vorsitzende Richterin Dijana Gruevska Ilievska rechnet mit einem sehr langen Prozess, der auch Jahre dauern könne, wie sie dem nordmazedonischen Portal «mkd.mk» zufolge zum Auftakt der Verhandlung im Gerichtssaal der Justizvollzugsanstalt Idrizovo sagte.

Zu dem Brand im Club «Pulse» in der Kleinstadt Kocani, 100 Kilometer östlich von Skopje, war es in der Nacht vom 15. zum 16. März gekommen, nachdem eine für die Bühnen-Show eingesetzte Funkenmaschine die aus leicht entflammbarem Material bestehende Deckenkonstruktion entzündet hatte. 59 Menschen starben sofort, weitere vier erlagen später ihren schweren Brandverletzungen. Insgesamt gab es damals rund 200 Verletzte. Von diesen wurden 115 unter anderem mit Hilfe der EU ins Ausland gebracht, weil Nordmazedoniens Krankenhäuser mit der komplexen Behandlung so schwerer Brandwunden überfordert waren. 

Bereits erste Ermittlungen hatten ergeben, dass Brandschutzvorgaben nicht eingehalten wurden und es Zweifel an der Legalität der Betriebsgenehmigung für das Lokal gebe. Danach hatten mehrfach tausende Menschen in Skopje in Straßenkundgebungen ihre Wut auf die Behörden bekundet. Sie vermuten Korruption als Hintergrund des Unglücks.


Bildnachweis: © Boris Grdanoski/AP/dpa
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