9. Juli 2025 / Aus aller Welt

200 Kinder in China wegen Blei im Essen im Krankenhaus

Berichte über erhöhte Bleiwerte bei Kindern einer Kita erreichen die Behörden in Nordwest-China Anfang Juli. Die Ermittlungen führen zum Betreiber - und zum Küchenpersonal. Was ist passiert?

Die Polizei ermittelt gegen den Betreiber und das Küchenpersonal des Kindergartens. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 9. Juli 2025 um 06:06 Uhr

Mehr als 200 Kinder eines Kindergartens in der nordwestchinesischen Provinz Gansu sind wegen Bleivergiftungen im Krankenhaus behandelt worden. Die Behörden hätten etwa in Dattelkuchen stark erhöhte Blei-Werte festgestellt, heißt es in einem Bericht der Stadtregierung. Demnach hatte das Küchenpersonal mit Zustimmung des Betreibers online Farbe für die Essenszubereitung gekauft. 

Wie aus dem Bericht vom Dienstag weiter hervorgeht, war die Farbe «deutlich» als ungenießbar gekennzeichnet. Die Polizei nahm acht Verdächtige fest, darunter der Kindergarten-Betreiber und ein Investor. Zwei Menschen kamen auf Kaution bis zum Prozessbeginn frei.

Grenzwerte weit überschritten

Die Behörden wurden nach offiziellen Angaben Anfang des Monats auf den Fall aufmerksam, als Berichte über Bleivergiftungen in dem Kindergarten auftauchten. Vor Ort fanden sie schließlich Reste die versteckten Substanzen. Der Dattelkuchen wies demnach einen Bleigehalt von 1052 Milligramm je Kilogramm auf, ein Maiskolben mit einem Würstchen darin enthielt 1340 Milligramm je Kilogramm. Chinas Lebensmittelstandard erlaubt lediglich einen Gehalt von 0,5 Milligramm je Kilogramm. 

Bis Anfang dieser Woche waren laut Behördenangaben alle 251 Kinder der Einrichtung getestet worden. Bei 233 davon wies das Blut abnormale Bleiwerte auf. Die Lokalregierung bedauerte den Vorfall und versprach, Lehren aus dem Vorfall zu ziehen. 

Blei ist für den Körper schädlich, insbesondere für Kinder. Das Schwermetall stört die Bildung der roten Blutkörperchen. Bei einer Bleivergiftung sind das Gehirn, das Nervensystem, das Blut und die Verdauungsorgane beeinträchtigt.


Bildnachweis: © Johannes Neudecker/dpa
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