3. Februar 2026 / Aus aller Welt

13-Jähriger rettet Familie nach stundenlangem Kampf im Meer

Erst schwimmt er vier Stunden durch raue See, dann läuft er noch zwei Kilometer zu Fuß: Mit letzter Kraft alarmiert ein 13-Jähriger in Australien die Behörden – und rettet seiner Familie das Leben.

Der 13 Jahre alte Austin (rechts im Foto) schwamm rund vier Stunden, um seine Familie zu retten.
Veröffentlicht am 3. Februar 2026 um 15:22 Uhr

Ein mehrstündiger Kampf auf hoher See gegen Wind und Wellen: Ein 13-Jähriger hat vor der Küste Westaustraliens seine Mutter und zwei jüngere Geschwister vor dem Ertrinken gerettet. Die Familie war am Freitagnachmittag während eines Urlaubs in Quindalup, rund 250 Kilometer südlich ihrer Heimatstadt Perth, durch starken Wind auf das offene Meer hinausgetrieben worden.

Die vier Familienmitglieder hätten sich mit aufblasbaren Paddleboards und einem Kajak in der Geographe Bay befunden, als sich die Wetterbedingungen plötzlich verschlechterten, zitierte der Sender ABC die örtlichen Seenotretter. Der 13-jährige Austin versuchte zunächst, mit dem Kajak zurück ans Ufer zu paddeln, um Hilfe zu holen. 

«Ich kämpfte gegen die raue See, und dann dachte ich, ich hätte etwas im Wasser gesehen, und ich hatte wirklich Angst», sagte der Junge laut Medienbericht. Das Boot nahm jedoch Wasser auf, so dass er den Versuch abbrechen musste, anschließend auch seine ihn behindernde Schwimmweste abstreifte und zu schwimmen begann. 

«Übermenschliche Leistung»

«Die Wellen waren so massiv, und ich hatte keine Schwimmweste an», sagte der 13-Jährige am Dienstag vor Journalisten. In dieser bedrohlichen Lage habe er versucht, sich auf positive Gedanken zu konzentrieren: «Ich habe mir nur immer wieder gesagt: Einfach weiter schwimmen, einfach weiter schwimmen.» Der Teenager schwamm rund vier Kilometer bei starkem Wellengang und zunehmend schwierigen Bedingungen zurück an Land. Nach eigenen Angaben war er dabei insgesamt etwa vier Stunden im Wasser. Das Meer vor Westaustralien ist bekannt für ein hohes Vorkommen an Haien.

Nachdem er erschöpft den Strand erreicht hatte und kurzzeitig zusammengebrochen war, lief er trotz allem dann noch rund zwei Kilometer weiter, um ein Telefon zu erreichen und den Notruf abzusetzen. Der Leiter der «Naturaliste Marine Rescue», Paul Bresland, sprach von einer «übermenschlichen» Leistung des Jungen, der den Behörden anschließend noch eine präzise Beschreibung der verwendeten Kajaks und Paddleboards gegeben habe.

14 Kilometer aufs Meer getrieben

Daraufhin wurde eine großangelegte Such- und Rettungsaktion gestartet, an der unter anderem die Wasserschutzpolizei, freiwillige Rettungsschwimmer und ein Hubschrauber beteiligt waren. Wenige Stunden später entdeckte der Hubschrauber schließlich die 47-jährige Mutter sowie den zwölfjährigen Bruder und die achtjährige Schwester des Jungen etwa 14 Kilometer vor der Küste. Sie klammerten sich an ein Paddleboard und hielten sich seit Stunden in aufgewühlter See über Wasser. Ein Rettungsboot brachte sie sicher an Land.

«Eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich je treffen musste, war, zu Austin zu sagen: Versuche, ans Ufer zu kommen und Hilfe zu holen», sagte die Mutter nach geglückter Rettung dem Sender ABC. Sie sei zuversichtlich gewesen, dass er das Ufer erreichen würde. Aber als die Sonne unterging und keine Hilfe kam, sei sie von Zweifeln geplagt worden. «Wir blieben positiv, wir sangen und scherzten und ... wir betrachteten es als eine Art Spiel, bis die Sonne unterging und es sehr unruhig wurde. Es gab sehr große Wellen», beschrieb sie die verzweifelte Lage der Familie auf hoher See. 

«Zum Glück trugen alle drei Personen Schwimmwesten, was zu ihrem Überleben beigetragen hat», sagte Polizeisprecher James Bradley. «Das Handeln des 13-jährigen Jungen verdient höchstes Lob – seine Entschlossenheit und sein Mut retteten letztendlich seiner Mutter und seinen Geschwistern das Leben.» 

Alle vier Familienmitglieder wurden medizinisch untersucht, aber keiner musste in ein Krankenhaus gebracht werden, wie die Nachrichtenagentur AAP berichtet. «Ich habe drei Babys. Alle drei haben es geschafft», sagte die Mutter Reportern weiter. «Das war alles, was zählt.»


Bildnachweis: © ABC/Australian Broadcasting Corp/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

🔥 Waldbrand in Stuttgart-Rohracker: 6.500 Quadratmeter Fläche betroffen
Aus den Stadtteilen

Spaziergängerin entdeckt Rauch – Feuerwehr verhindert Schlimmeres am steilen Hang in Rohracker.

weiterlesen...
Park-Alarm in Stuttgart: Feierabend-Parken soll Druck von den Straßen nehmen
Mobilität & Verkehr

Neuer Antrag prüft Abend-Parken nach Düsseldorfer Vorbild – mehr Stellplätze ohne Neubau und weniger Druck in Wohngebieten.

weiterlesen...
Stuttgart tritt in die Pedale: Neues Radverkehrskonzept geht in die Bürgerbeteiligung
Stuttgart - Online

Stuttgart lädt zur Beteiligung: Bürger können das neue Radverkehrskonzept aktiv mitgestalten.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Lifestyle Night 2026: Stuttgarts exklusivste Nacht über den Dächern der City
Lifestyle & Trends

Am 6. Juni wird Stuttgart zur Bühne für Luxus, Networking und Genuss – bei der Lifestyle Night in exklusiver Penthouse-Location.

weiterlesen...
Ausbildung statt Hörsaal? Die IHK Stuttgart sagt: „Sagt wer?“
Ausbildung & Weiterbildung

Abi ≠ Studium: Die IHK Stuttgart startet eine neue Kampagne gegen Ausbildungs-Klischees – direkt auf Social Media.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Wenn Feuerwehren umsonst ausrücken
Aus aller Welt

Brandmeldeanlage können Leben retten und Betriebe vor hohen Schäden bewahren. Doch manchmal schlagen sie grundlos Alarm. Das bleibt nicht ohne Folgen.

weiterlesen...
Traumwelt in der Manege - 50 Jahre Circus Roncalli
Aus aller Welt

Artisten, Clowns und ganz viel Nostalgie: Eines der bekanntesten Zirkus-Unternehmen Deutschlands feiert Jubiläum. Gründer Bernhard Paul über den Geruch von Sägemehl und seinen Wunsch-Spielort.

weiterlesen...